| 15.03.2006 Tolle Show voller Elan und Freude |
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Hadamar. Der Besucher eines «Teacher`s-Despair»-Konzertes muss sich immer über Folgendes im Klaren sein: Will er sitzen, muss er früh genug kommen. Signalisiert seine Kehle «Durst», werden just in diesem Moment viele, viele andere das gleiche Signal empfangen. Gelüstet es ihm nach Musikern mit einer Stimmungs-Phobie, wird er am falschen Ort sein. Und wirklich wundern tat es den wahren Fan auch nicht, dass eine der Sängerinnen (Katharina Herborn), derzeit als Austauschschülerin in der Nähe Londons weilend, eigens mit dem Flieger zum Jahreskonzert in die abgedunkelte, atmosphärische Hadamarer Stadthalle eilte.
Christoph Ries, Musiklehrer und Bandleader dieser großartigen, vor 12 Jahren als AG gegründete Rock-Pop-Schulband der Hadamarer Fürst-Johann-Ludwig-Schule, die sich aus Schüler/-innen, Ehemaligen, Lehrern und Studenten zusammensetzt, fackelte daher auch nicht lange und schritt zur Tat. Er wolle den Rock´ ’n’ Roll laufen lassen, sagte er nach dem Eröffnungs-Stück «First cut is the deepest», worauf derart jubelnder Applaus aufbrandete, dass man meinte, Jung (die Jüngste etwa vier Jahre) und Alt (die Jahrreichste 76 Jahre) hätten diesem Auftritt entgegen gefiebert wie Deutschland der WM. Gitarren, Bässe, Saxophone, Querflöten, alles gleich mehrfach, Trompete, Drums, Congas und Gesang (Solo und Background) – derart ausgerüstet, brummte die Show. Die Musikalisten produzierten frischen, treibenden, hochwertigen Sound, so voller Elan und ausdrücklicher Freude, als wollten sie den Winter wegspielen. Saubere, ausgereifte Technik tat ihr übriges. Songs wie «Hawaii 5-0» oder «She`s so high» ebenso. Unbedingt erwähnenswert und stellvertretend für alle hervorragenden Solisten, der Gesang. Frenetischen Beifall beispielsweise heimste Lisa Simonis für ihre «Respect»-Interpretation nach einem Original von Aretha Franklin ein. Katharina Herborn durfte sich ebenso berechtigt feiern lassen wie Nicolas Ries, der zudem zusammen mit seinem Vater und «Soulman» Christoph sonnenbebrillt die «Blues Brothers» gab. Spätestens hier waren die Stehplätze doch sehr angenehm, erlaubten sie doch ein Tanzverhalten. Und man fragte sich allmählich, ob die Stimmung noch steigerungsfähig sei. Mittendrin auch Schulleiter Peter Laux und Stadtverordnetenvorsteher und ehemaliger Schulleiter Heinz Valentin, die nach 12 Stücken die Halbzeit-Pause zum lockeren Plausch nutzten. Andere kauften sich am «Merchandising»-Stand die eigen produzierte CD der «Verzweiflung des Lehrers». Ein Motto hatte der Abend auch, und zwar «The Latin Touch». So fehlten weder Songs von Jennifer Lopez noch von Carlos Santana und Zugaben schon gleich gar nicht. Christoph Ries` Credo, «Man muss die Musik spielen, um sie zu begreifen», ist von unschätzbaren pädagogischem und gesellschaftspolitischem Wert. (bwe) 


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Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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