| 10.02.07 Forschungsexpedition am Elbbach |
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Hadamar. Der Elbbach war das Ziel für den Kurs in Physischer Geografie der Jahrgangsstufe 10G der Fürst-Johann-Ludwig Schule. In vier Abschnitte, jeweils rund hundert Meter lang, unterteilt die Schüler den Gewässerlauf. Dann begann jeweils eine Gruppe damit, ihren Bereich ganz genau zu untersuchen. Zuvor hatten sich die Schüler im Unterricht jeweils im Detail mit verschiedenen Untersuchungsmethoden, chemisch, biologisch und physisch-geografisch, befasst. In jeder der Gruppen befand sich schließlich ein „Experte“ für jedes dieser Arbeitsgebiete.
So mit Fachwissen ausgestattet, ging es dann an die Untersuchung „am fließenden Objekt“. Die Chemiker ermittelten Sauerstoffgehalt, Nitrat-, Nitrit- und Ammoniumkonzentration sowie das Vorkommen von Phosphaten. Die Ergebnisse wiesen nach der Gesamtauswertung auf die Gewässergüteklasse II hin. Das steht für „mäßig belastet“ und bedeute, dass es noch eine relativ hohe Artenvielfalt im Gewässer gibt und eine gute Sauerstoffversorgung besteht, allerdings schon Verunreinigungen auftreten. Nur der Posphatgehalt war höher als normal für diese Stufe und zeigte einen erhöhten Nährstoffgehalt des Baches an.
Auch die biologischen Untersuchungen deuten auf die Güteklasse II hin. Dazu mussten die Schüler viele verschiedene Tierarten sammeln, bestimmen, was genau sie gefunden hatten und schließlich anhand der Häufigkeit der Tiere Rückschlüsse auf die Qualität des „Lebensraums Elbbach“ ziehen. Die Tiere wurden wieder frei gelassen, nachdem sie bestimmt und gezählt waren.
Die Geographen leiteten die Untersuchung des Baches auf seine Struktur und Beschaffenheit. „Der Bach hat ein mit Pflanzen bewachsenes Ufer, einen steinigen Boden und ist relativ kurvig“, lautete das erste Ergebnis. Zudem bestimmten sie Eckwerte wie Fließgeschwindigkeit und Wassertiefe mit Hilfe von verschiedenen Mitteln. Die Ergebnisse wurden schließlich in eine Karte eingearbeitet.
Und wie sieht nun das abschließende Ergebnis der „Elbbach-Expedition“ aus? „Der Zustand unserer Untersuchungsstrecke ist nicht mehr ursprünglich. Die Uferböschung wurde stark durch landwirtschaftliche Einflüsse verändert“, heißt es im Bericht der Schüler. So werde der Uferrandstreifen, der zur Verknüpfung von Lebensräumen dient, mitgenutzt und sei nicht ausreichend ausgeprägt. Des Weiteren gibt es ein Wehr mit einem größeren Staubereich, in dem das Wasser sehr langsam fließt, und Überreste verschiedener Uferbefestigungen im Bach.
Lobend erwähnen die Schüler Renaturierungsmaßnahmen, die den Elbbach wieder zu einem naturnahen Gewässer machen sollen. Ein gutes Beispiel dafür sei das Umgehungsgerinne am Wehr in Niederhadamar, das das Durchkommen der Fische wieder ermöglicht. „Eine relativ einfache Maßnahme zum Erhalt der Lebensbedingungen wäre eine Erweiterung des naturbelassenen Gewässerrandstreifens“, lautet das Fazit. (nnp) 


Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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