| 23.06.2007 Nichtraucher sparen in 20 Jahren einen Porsche an |
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Hadamar. In diesem Jahr waren es mehr als 600 Schulklassen aus ganz Hessen, die am 13. Januar an den Start gegangen sind mit der Wette, fünf Monate nikotinfrei zu leben und zu lernen. Am Montag, 25. Juni, findet um 11.15 Uhr in der Aula der Fürst-Johann-Ludwig-Schule die Abschlussveranstaltung und Endauslosung zum 6. hessenweiten Nichtraucher-Klassenwettbewerb statt. Am Montag wird sich herausstellen, wie viele Klassen tatsächlich rauchfrei geblieben sind. In den beiden letzten Jahren belief sich die Quote auf etwa 40 Prozent, das wären diesmal rund 250 Klassen.
Dieser 6. Wettbewerbsdurchgang lief im dritten Jahr unter den Bedingungen ab, dass an den hessischen Schulen ein gesetzliches Rauchverbot eingeführt worden ist. Das Schulrauchverbot macht die Präventionsarbeit an der Schule nicht überflüssig. Im Gegenteil wird durch die Verbannung des Rauchens aus dem Schulleben der Präventionsunterricht glaubwürdiger und letztlich auch effektiver. Außerdem gehen die Präventionsprojekte über das Schulrauchverbot hinaus, indem sie das Rauchen grundsätzlich, also auch in der Freizeit, als gesundheitsschädlich vermitteln.
Auch Passivrauchen ist schädlich
In der Wettbewerbszeit hat es politische Anstrengungen gegeben, das Rauchen an öffentlichen Räumen einzuschränken, insbesondere um das ungewollte Passivrauchen zu vermindern. Zur Erinnerung: Jedes Jahr sterben 3500 Menschen an den Folgen des Passivrauchens, das sind 10 unschuldige Menschen pro Tag. Auf diesen Skandal hat auch das Wettbewerbsplakat hingewiesen: „Rauchen tötet. Passivrauch … tötet auch!“ Außerdem wurde von Hadamar aus eine Unterschriftenaktion an die Bundeskanzlerin gestartet mit der Forderung, dass in allen geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr ein Rauchverbot eingeführt werde. Immerhin 1250 Schülerinnen und Schüler aus Hessen haben diesen Appell an Frau Merkel unterstützt.
Statt ein generelles Rauchverbot in Gaststätten über die Arbeitsstättenverordnung durchzusetzen, wie es in vielen europäischen Staaten geschehen ist, hat die Bundesregierung das Handlungsgebot an die 16 Bundesländer abgeschoben. Die haben unterschiedliche Rauchverbotsregelungen mit Ausnahmen ausgearbeitet – so auch in Hessen.
Die Organisatoren dieses Wettbewerbs, viele Lehrer und die meisten Schülerinnen und Schüler sind mit dieser Regelung nicht einverstanden und werden mit einer erneuten Resolution an die für den Gesetzentwurf zuständige hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger ihre Meinung dazu bei der Abschlussveranstaltung kundtun.
Der Wettbewerb „rauchfreie Klasse“ ist ein Mosaikstein des schulischen Präventionsprogramms, um das Nichtraucherbewusstsein zu stärken, damit die Schüler gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen. Ziel der Aktion mit Selbstvertrag und Verhaltens-Versprechen ist es, das Nichtrauchen zu einer bewussten Entscheidung der Schüler/innen zu machen.
In diesem Jahr hat es eine Änderung im Reglement gegeben. Bisher wurden etwa zwei Drittel der Nichtraucherklassen für jeweils 20 Euro Gewinnerprämie ausgelost, ein Drittel der rauchfreien Klassen bekam nur ein Nichtraucher-Diplom. Das wurde von vielen Klassen und Klassenlehrern als demotivierend oder auch unfair angesehen. Darauf eingehend wurde in diesem Durchlauf beschlossen, den Spendentopf der Sponsorengelder für alle Nichtraucherklassen auszuschütten, auch wenn dadurch jede rauchfreie Klasse weniger bekommt – 10 Euro. Jedenfalls bleibt damit das Motto der Aktion sinnfällig: „Nichtraucher sind Gewinner. Immer.“ Ausgelost werden weiterhin der 1. Preis – 100 Euro – sowie der 2. und 3. Preis mit jeweils 50 Euro. Außerdem wird die Hälfte der Wenigraucherklassen als Preisträger mit je 10 Euro ausgelost.
Von den Preisgeldern ist der größte Teil, nämlich 2500 Euro, von dem Nichtraucher-Aktivisten Dieter Mennekes aus Kirchhundem/Sauerland gestiftet worden. Dessen Vertreter Klaus Klages wird bei der Auslosungsveranstaltung eine Rede gegen das Rauchen halten. Die Auslosung der Wettbewerbsgewinner in der Hadamarer Schul-Aula ist wie immer eingebettet in ein abwechslungsreiches Programm. Die Hauptrede zu „Nichtrauchen auf dem Vormarsch!“ hält der Jugendkoordinator der Polizeistation Limburg, PHK Bruno Reuscher.
„Rauchen ist out- Rechnen ist in“
In der großen Pause vor der Veranstaltung wird Klaus Klages mit einem knallroten Porsche vorfahren, auf dem eine gebrochene Zigarette aufmontiert ist. Klages' Parole und Botschaft lautet: „Rauchen ist out – Rechnen ist in: Nichtraucher sparen in 20 Jahren einen Porsche an“ (nnp) 


Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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