| Bundeswehroffizier berichtet über Afghanistan |
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 Hauptmann Thomas H., vor der Karte des mittleren Ostens in der Aula der Fürst-Johann-Ludwig-Schule, überreichte dem Organisator der Schulveranstaltung, Oberstudienrat Hubert Hecker, den traditionellen Tschzapan-Umhang
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Mit dem Beschluss des Deutschen Bundestages, die Schnelle Eingreiftruppe im Norden Afghanistans zu stellen, ist der Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch wieder ins Blickfeld der Medien gerückt. Der US-Verteidigungsminister forderte kürzlich ein weiteres militärisches Engagement von NATO- und auch Bundeswehrkräften im unruhigen Süden des Landes. Bilder von Taliban-Selbstmordanschlägen flimmern via TV in die Wohnzimmer.
Wie die Lage im Norden Afghanistans aus der Sicht eines Offiziers der Bundeswehr wirklich ist, erfuhren die Schüler/innen der Jahrgangsstufe 13 kürzlich im Fach Politik und Wirtschaft aus erster Quelle. Der Bundeswehroffizier Hauptmann Thomas H., derzeit im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz eingesetzt, konnte nach drei längeren Afghanistan-Einsätzen auf vielfältige Erfahrungen in dieser Krisenregion zurückgreifen. Der mit 18 Dienstjahren erfahrene Offizier stellte von vornherein klar, dass die Bundeswehr nicht im Kriegseinsatz am Hindukusch steht, sondern durch Schaffen eines sicheren Umfeldes und durch Hilfsaktionen beim Aufbau des neuen Staates Afghanistan assistiert.
Die ca. 3.200 deutschen Soldaten sind Teil der internationalen, von der NATO geführten Schutztruppe und zusammen mit anderen europäischen Partnern in den Nordprovinzen stationiert. Nach den Auseinandersetzungen mit der Sowjetarmee, dem Bürgerkrieg und dem Terrorregime der Taliban, die durch die US-Truppen vertrieben wurden, lag das rückständige Land völlig am Boden. Die NATO-Einheiten leisten beim Neuaufbau von Staat und Ökonomie eine ähnliche Hilfestellung wie die amerikanische Militärverwaltung nach dem II. Weltkrieg in Westdeutschland.
Die Bundeswehr hat Verantwortung übernommen für die Polizeiausbildung in dieser Region, sie hilft auch beim Aufbau einer medizinischen Grundversorgung, insbesondere bei der Seuchenaufklärung. Bei Projekten der Infrastruktur, wie dem Flughafenausbau von Masa-e-Sharif, garantieren Bundeswehreinheiten die Sicherheit der Baustellen. Unterschiedliche Materialhilfen sind ebenso selbstverständlich wie Nothilfe bei Erdbeben und Überschwemmungen. Bei der Rückständigkeit des Landes und der Größe der Aufgabe müsse man sich schon noch auf einige Jahre Aufbauarbeit und Sicherheitsvorsorge einstellen, so die Einschätzung von Hauptmann H.
Er betonte, dass bei allen Projekten der Bundeswehr Rücksichtnahme auf die Bevölkerung sowie vertrauensbildende Maßnahmen Grundprinzip des Vorgehens seien. Die deutschen Soldaten träfen auf große Gastfreundschaft und Dankbarkeit bei der afghanischen Bevölkerung. Das sei auch Ergebnis der Tradition freundschaftlicher Kontakte zwischen Deutschland und Afghanistan, die bis in das Jahr 1915 zurückreichten. Wie groß ist die Gefahr von Anschlägen, so die Nachfrage von Schülern, zumal doch schon einige Bundeswehrsoldaten umgekommen seien. Im Vergleich zu den Kampfzonen im Süden sei der Norden militärisch relativ sicher, betonte Thomas H. Die Bundeswehr sorge sich um größtmögliche Sicherheit der eigenen Leute – und ebenso der afghanischen Bevölkerung im Staatsaufbau. Der Bundeswehroffizier gab die Einschätzung von sich, dass die Soldaten in ihren Einsatzregionen sich offenbar sicherer fühlten als die durch Fernsehberichte verunsicherten Menschen in Deutschland. 
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