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„Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön“ Kanufahrt auf der Lahn - Klasse 9eG (30.08.2000)

Um 8.00 Uhr morgens trafen wir uns im Limburger Bahnhof. Hell wach und voller Freude auf die Kanufahrt warteten wir auf den Zug, der dann auch pünktlich um 8.15 Uhr in Limburg eintraf. Mit dem Zug zum Startpunkt der Kanufahrt zu fahren war für einige aus der Klasse eine ganz neue Erfahrung, da die meisten nur den Bus gewöhnt sind.

 

Nach vielen Haltstellen und Tunnels waren wir am Ausgangspunkt der Kanufahrt, in Löhnberg. Der Anlegeplatz war, wie von unserem Bootsverleiher Willi beschrieben, nur ca. 30 Meter von dem Bahnhof entfernt. Normal sollten an diesem Platz 10 3-Sitz-Kanus für uns bereitliegen. Aber das war leider nicht der Fall. Es fehlten ganze drei Boote und von Willi war auch keine Spur.

 

 




Vor dem Start in Löhnberg

Unser Klassenlehrer, Herr Grasse, und unser Relilehrer, Herr Hannappel, blieben optimistisch. Herr Grasse sagte, dass wir 10 Minuten warten sollten, danach würde er per Handy Willi mal anrufen. Indem wir Steine in die Lahn warfen, versuchten wir die Wartezeit zu überbrücken. 10 Minuten waren um und von Willi war immer noch nichts zu sehen, also rief Herr Grasse bei ihm an. Am anderen Ende verkündete eine Stimme, dass Willi schon auf dem Weg sei. Direkt als Herr Grasse das Gespräch beendet hatte, kam Willi mit den fehlenden Kanus und der übrigen Ausrüstung an. Willi erklärte uns noch schnell ein paar Regeln (wie steuert man ein Kanu) und gab uns einige Hinweise. Danach ging es los.

 

Nacheinander sind wir in 3er-Gruppen gestartet. Nach gut 100 Metern lag schon die erste Schleuse vor uns. Zwei Klassenkameraden von uns stiegen aus und öffneten für uns die Schleusentore. Anschließend ging es etwa drei Meter abwärts. Danach konnten wir unsere Fahrt ungehindert fortsetzen. Nächster Treffpunkt war eine Brücke. Dort warteten wir, bis alle anderen eintrafen. Während wir warteten, aßen wir etwas und ruhten uns ein bisschen von der ersten anstrengen Etappe aus. Als dann auch die letzten eintrafen, ging es weiter. Nächster Halt sollte vor dem Weilburger Schiffstunnel sein.

 

 




André, Manuel und Daniel

Meine Bootskameraden und ich paddelten ziemlich schnell, damit wir möglichst die Ersten waren. Herr Grasse und seine Besatzung wollten uns des öfteren daran hindern, Erster zu sein, indem sie ständig versuchten, uns zu überholen. Es entwickelte sich ein kleines Rennen. Nach einiger Zeit, kurz vor Weilburg, stieß noch ein dritter Kontrahent zu uns. Aus unserem harmlosen kleinen Rennen wurde nun ein bedrohliches Crashrennen. Direkt vor Weilburg passierte schließlich, was passieren musste, Herr Grasse kenterte mit seinem Boot. Grund dafür waren eine überschnelle Bewegung, die von Herrn Grasse ausging und eine kleine Kollision mit dem dritten Boot. Sofort halfen wir den Schiffbrüchigen wieder ihr Kanu aufzurichten, wie sich das gehört. Als sich Herr Grasse und seine Besatzung umgezogen hatten, ging es weiter. Wir fuhren durch den Weilburger Lahntunnel und durch die anschließenden zwei Schleusen. Endlich konnten wir nun wieder richtig Gas geben. Wir fuhren noch eine ganze Weile so weiter, bis wir auf einem Art Strand eine Pause einlegten. Jeder stieg platschnass aus seinem Boot, obwohl es nicht geregnet hatte, und keiner, außer Herrn Grasse und seiner Mannschaft, gekentert war. Woran das wohl lag?

 

 




In der Schleuse hinter dem Weilburger Schiffstunnel

Wir aßen etwas, erzählten von unseren neu gewonnenen Erkenntnissen. Andere schwammen in der Lahn. Nach ca. 15 Minuten ging es weiter. Von nun an waren wir nicht mehr alleine, etwa 10 Kajakfahrer/innen gesellten sich zu uns. Alles war ja schön und gut, doch diese Kajakfahrer/innen hatten die doofe Angewohnheit, einem immer genau in den Weg zu fahren. So bewegten wir uns in ständigem Gerangel, langsam aber sicher auf die nächste Schleuse zu. Wir fuhren alle in die Schleuse, die dann total überfüllt war. Jeder hielt sich bei jedem fest. Die Gefahr umzukippen war somit sehr hoch. Zum Glück verließ jeder die Schleuse einigermaßen trocken. Doch in unserem Boot gab es einige Probleme, diese gingen von unserem neuen Steuermann aus. Also mussten wir wieder tauschen und ich übernahm wie vorher die Steuerung. Während wir damit beschäftigt waren, wurden wir von allen anderen überholt. Als Letzter starteten wir in die letzte Etappe. Wir traten noch einmal kräftig aufs Gaspedal und holten langsam wieder auf. Unglücklicherweise wurde uns das ziemlich schwer gemacht, denn wir liefen bei unserer Aufholjagd bestimmt noch drei Mal auf Grund und wurden von manchen anderen Kanufahrern umgedreht, sodass wir uns wieder richtig drehen mussten. Dennoch holten wir einen nach dem anderen wieder ein. Wir arbeiteten uns auf den 2. Platz vor. Weiter kamen wir nicht mehr, denn wir befanden uns schon direkt vor Fürfurt und dort endete unsere Fahrt. Ein größeres Problem war dann noch das Aussteigen. Der größte Teil der Klasse kam einigermaßen trocken und unbeschadet aus dem Kanu heraus, wozu meine Gruppe auch gehörte. Doch bei einer Gruppe kam einer nicht rechtzeitig aus seinem Kanu heraus und trieb langsam wieder lahnabwärts, ohne Paddel. Ein hilfsbereiter Junge aus unserer Klasse warf ihm ein Paddel zu, doch dieses verfehlte das Kanu. Da setzte sich der hilfsbereite Mensch in ein anderes Kanu und fuhr dem Abgetriebenen hinterher. Als er ihn erreicht hatte stieg er in dessen Boot und gab ihm ein Paddel. Als der Retter zurück in sein Kanu sprang, kenterte es und er landete, wie Herr Grasse mit seiner Mannschaft zuvor, in der Lahn.

 

 




Am Ziel in Fürfurt

Als dann alle Boote an Land waren und auch alle Schüler, konnten wir nach kurzer Wartezeit am Fürfurter Bahnhof nach Hause fahren. Das war unsere Kanufahrt. Unten habe ich noch einige Informationen für euch, falls ihr auch einen solchen Ausflug machen wollt.

 

Also von Limburg nach Löhnberg, von dort per Kanu nach Fürfurt und dann mit dem Zug zurück nach Limburg.

 

 





Informationen und Adressen:

Anschrift:

Willis Bootsverleih

35796 Fürfurt

Tel: 06474-278

 

Zusatz (24.8.2003):

Ein weiterer günstiger Anbieter ist:

Kanu-Tours "Paradieso"

35796 Weinbach-Fürfurt

Telefon: 06471-49 01 54

Internet: www.kanu-tours-paradieso.de

 

Kosten:

18 DM pro Person für Boote

4,50 DM für das Zugticket

 

Zeiten:

Hinfahrt:

Abfahrt von Hadamar per Bus nach Limburg 7:30 Uhr

Abfahrt von Limburg per Zug 8:15 Uhr

 

Rückfahrt:

Abfahrt von Fürfurt per Zug 14:14 Uhr

Ankunft in Limburg per Zug 14:43 Uhr

Abfahrt von Limburg per Bus 15:15 Uhr

 

[Hubertus Scherer; BETONkurier 3/2000]

 

 


 
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