| 29.03.2004 Da brannte die Luft im Bürgerhaus |
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Elz/Hadamar. Wie kann sich eine solch großartige Band nur "Teachers Despair" nennen? "Teachers Pride" wäre das Mindeste des Angemessenen. Denn als die Schulband der Hadamarer Fürst-Johann-Ludwig-Schule ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Konzert im Elzer Bürgerhaus feierte, glich dieses einem brodelnden Kessel, wie es auf zünftigen Rock- und Popshows üblich ist.
Eine professionell spielende Band, perfektes Licht, perfekte Tontechnik (des "ganz Ehemaligen" Oliver Brennholt), bestens aufgelegte Besucher aller Altersstufen in einem abgedunkelten, übervollen Saal. Und wenn nicht so großzügig bestuhlt worden wäre, hätte die Zahl der Tänzer die der Sitzenden bei weitem übertroffen. Denn das, was die 110 Chor- und Bandmitglieder ihrer Anhängerschar in deren Gehörgänge schickte, war obersten Ranges.
Warum sollte sich Bandleader Christoph Ries auch mit Mittelmaß begnügen, wenn er schon in der berühmten Bigband eines Günther Norris spielte? Die "Verzweiflung des Lehrers" – so der Bandname zu deutsch – wartete schon allein mit zwölf Bläsern und sechs Vokalsolisten auf, um vergessen zu lassen, dass es sich größtenteils um Coversongs handelte. Die frappierende Nähe zu den Originalen sorgte zwar nicht für Ohnmachtsanfälle bei den jungen Konzertbesuchern, aber immerhin für kreischende Mädels. Aus Rock, Pop, Film und Jazz stammt das Repertoire. Alles Ohrwürmer, die auch dem entsprechend ankamen. Ob es Nenas "99 Luftballons" waren, Chers "Choop shoop song" oder "Smooth" vom wiederauferstandenen Carlos Santana. Oder das gitarrenstarke "Sweet Home Alabama" mit drei sonnenbebrillten "Gitarreros".
Immer wieder riesiger Applaus und Zurufe. Zwischendurch mussten auch die "drei" Schulleiter der FJL-Schule auf die Bühne, der amtierende Leiter Peter Laux, der langjährige ehemalige Leiter Lothar Hartmann und der Interimsleiter Heinz Valentin. Alle drei durften sich über eine eigenproduzierte CD der Band freuen, die Christoph Ries auch zwei Vertretern der Kreissparkasse für dessen Sponsoring überreichte. Den Titelsong dieser CD namens "School Jam Groo ve" gab übrigens Nicolas Ries – seines Zeichens Sohn des Bandleaders – zum besten. Da fällt der Apfel wirklich nicht weit vom Stamm. Der etwa 60 Sängerinnen und Sänger umfassende Chor hatte sich auch nur absoluten Hits angenommen. Beispielsweise dem groovigen "The lion sleeps tonight" als letzten Song der aktuellen Band vor der Pause. Da geht niemand heim.
Nach der Pause spielten die Ehemaligen. Niveauunterschied gab es deswegen keinen. Einzelne Namen der Bandmitglieder wären zwar schon hervorhebenswert, wie der des E-Geigen-Spielers, der Saxofonisten, des Solo-Gitarristen, der Sängerinnen und Sänger, der Keyboarder, und so weiter. Aber wiederum auch nicht, weil ausnahmslos alle Mitwirkenden – darunter viele Lehramtsstudenten für Musik – meisterhaft Stimme und/oder Instrument gebrauchten, auch bei Titeln der Blues Brothers, die auf keiner Party fehlen sollten, wenn Stimmung gewünscht ist.
Deren "Everybody needs somebody" und "Minnie the moocher", letzteres von Bandchef Ries höchstpersönlich hervorragend interpretiert, so dass fast kein Unterschied zum Original auszumachen war, welches vom legendären, dunkelhäutigen Cab Calloway gesungen wurde, zündeten regelrecht im Saal die Luft an. Sie brannte.
Im Finale des vierstündigen Konzertes mussten alle Musiker auf der Bühne antreten, um die Zuhörer mit einem Stück aus dem "Sister-Act"-Musical nach Hause zu schicken. Frenetischer Applaus für eine hochkarätige Musikertruppe.



Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 


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