| 06.03.2004 2000 retten Schulschwimmen |
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Limburg-Offheim/Hadamar."Ohne Mitglieder kein Schulschwimmen im Offheimer Hallenbad!" So lautete die Botschaft des Ersten Vorsitzenden des Hallenbadvereins Offheim, Georg Westerfeld, an die etwa 30 versammelten Eltern, Elternbeiräte und Lehrkräfte in der Aula der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar. Am Donnerstag hatte der Hallenbadverein zu einem Informationsabend zum Thema "Wie kann das Schulschwimmen wiederbelebt werden?" eingeladen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiter Peter Laux, der die Räumlichkeiten und die technische Ausrüstung zur Verfügung gestellt hatte, erörterte der Präsident des Hessischen Schwimmverbandes, Dr. Werner Freitag, die Bedeutung eines Schwimmbads in der Gesellschaft. Schon die Alten Griechen und Römer hätten von der heilenden und entspannenden Wirkung des Elements Wasser gewusst. Ein Bad sei immer eine Stätte des "gemeinsamen Lebens und Wohlfühlens" gewesen, und es gebe "keinen Ort, an dem man sich so tragen lassen kann wie im Schwimmbad". Schwimmen sei "eine Sportart, die den Körper schult und formt".
Nach Freitags Angaben besteht das Problem der Bäderschließung nicht nur in Hessen, sondern bundesweit. Gerade deshalb sei es wichtig, dass sich Gruppen wie der Hallenbadverein Offheim bilden und dem Trend entgegenwirken.
Freitag hob auch die Bedeutung des Schulschwimmens hervor: "Schwimmen lernen bedeutet für Kinder Sicherheit gewinnen." Durch den Umgang mit ungewohnter Materie werde "die Handlungskompetenz der Kinder erhöht", ihr Selbstbewusstsein wachse und sie seien besser in die Gruppe integriert. "Bewegung und Sport bringen Menschen zusammen", sagte Freitag. "Die Schließung eines Bades ist ein Stück Sozialabbau."
Georg Westerfeld stellte das Konzept für das Schulschwimmen vor. Er betonte mehrfach, alles hänge von der Mitgliederzahl ab: "Mindestens 2000 Mitglieder werden gebraucht, um die jährliche Kostenabdeckung von 130 000 Euro zu gewährleisten." Zur Zeit seien bereits 635 Mitglieder dem Verein beigetreten. Wenn noch 1365 weitere dazu kämen, könne der Hallenbadverein das Bad als so genannter Betreiberverein übernehmen, sagte Westerfeld.
Für das Schulschwimmen bedeute dies, dass "Kinder, die Mitglied sind, das Bad kostenlos während des Schwimmunterrichts nutzen dürfen, während Nicht-Mitglieder eine Gebühr von einem Euro pro Schwimmtag entrichten müssen". Schulsport-Koordinator Siegfried Böckling ergänzte, die Einführung einer Schul- oder Klassenpauschale zur Erleichterung der Abrechnung sei eine Möglichkeit, über die man nachdenke.
"Nach der Schließung des Bades in Dehrn ist Offheim für viele Schulen die einzige Möglichkeit, Schulschwimmen durchzuführen", sagte Westerfeld. Böckling gab an, der Zeitplan für die Belegung des Bades werde durch die verschiedenen Schulen dicht gedrängt sein.
Westerfeld betonte immer wieder: "Es ist vielen nicht klar, dass ohne die 2000 Mitglieder das Bad überhaupt nicht erst wieder geöffnet wird." Deshalb sei es von entscheidender Bedeutung, dass die Anwesenden "als Multiplikatoren dienen und an jeden Schüler ein Antragsformular ausgeben". Den Eltern solle erklärt werden, dass sie "Mitglied in einem Verein werden müssen, damit ihr Kind schwimmen kann".
Wenn es zu einer Übernahme durch den Hallenbadverein kommt, wird das Bad nach Westerfelds Angaben nur von Mitgliedern benutzt werden. Tagesmitgliedschaften soll es nur in Ausnahmefällen geben. Einzelmitglieder müssen einen Jahresbeitrag von 65 Euro und Familien 130 Euro zahlen. Geboten wird dafür freier Eintritt über einen Zeitraum von zehn Monaten jährlich.
Weitere Informationen erteilt Georg Westerfeld unter (0 64 33)10 88 oder georg.westerfeld@t-online.de. (jvd)



Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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