| 06.02.2004 Rauchern geht's an den Kragen |
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Von Volker Schmidt
Weilburg. Am Gymnasium Philippinum drehte sich im Rahmen eines pädagogischen Tages von 8 Uhr bis 16 Uhr alles um Sucht und Suchtprävention. Das Lehrerkollegium mit seinen 110 Mitgliedern informierte sich in acht verschieden Arbeitsgruppen über die vielfältigen Aspekte des Themas. Experten, die das Organisationsteam unter Leitung von Christof Trümner eingeladen hatte, vermittelten den Lehrern das nötige Fachwissen.
Mit dabei waren Hubert Hecker von der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar, Monika Spietz vom Diakonischen Werk, Armin Deußer und Sonja Schneider als Jugend- und Drogenberater, Bruno Reuscher von der Polizei in Limburg, die Streetworkerin Sonja Jost, der Schulpsychologe Bernd d'Amour sowie der Mediziner Martin Laimbach. In allen Gruppen ging es dabei nicht nur um legale und illegale Drogen, sondern auch um ähnlich strukturierte Phänomene wie Magersucht und ausufernden Medienkonsum. Im Rahmen der Veranstaltung bestand auch die Gelegenheit, sich mit dem erfolgreichen Präventionsprogramm "Lions Quest" vertraut zu machen. Im abschließenden Plenum wurde deutlich, dass die Schule neue Wege in der Suchtprävention gehen müsse, wie Gunter Ebert vom HELP in seiner Abschlussmoderation betonte.
Die Konfrontation mit den erschreckenden Fakten und ihren gesundheitlichen und sozialen Folgen reicht, das wurde an diesem Tag klar, nicht aus, um das Verhalten nachhaltig zu ändern. Die Fakten: Täglich sterben etwa 300 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens, etwa 45 Prozent der Zehntklässler sind mindestens einmal im Monat betrunken, 35 Prozent von ihnen rauchen täglich mehr als fünf Zigaretten, 20 Prozent konsumieren monatlich Haschisch. Suchtprävention sei eine Aufgabe der gesamten Schulgemeinde, ihr Ziel sei es, Menschen, und besonders junge Menschen, so stark zu machen und ihr Selbstwertgefühl so aufzubauen, dass sie auf Drogen jeder Art verzichten könnten. Als erste praktische Konsequenz aus diesem erfolgreichen Weiterbildungstag, so Schulleiter Hans-Helmut Hoos in seinem Schlusswort, bildete sich eine Arbeitsgruppe, die einen schuleigenen Lehrplan zum Thema erarbeiten wird. Dabei zeichnet sich schon jetzt ab, dass auf die rauchenden Schüler, aber nicht nur auf sie, am Philippinum schwere Zeiten zukommen. Ein von den Eltern zu beantragender "Stinker-Ausweis" soll die Kontrolle in der Raucherecke vereinfachen und durch eine Änderung der Schulordnung plant man das Rauchen am Eingang zum Schulgelände in der Lessingstraße zu unterbinden.


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Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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