| 13.01.2004 Nichtraucher sind Gewinner Schüler kämpfen gegen Zigaretten |
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Von Birgit Weidner
Limburg-Weilburg. In Deutschland sterben jedes Jahr 115 000 Menschen an den unmittelbaren Folgen des Rauchens. Das sind mehr Menschen, als im Straßenverkehr getötet werden. Von den 12 bis 17-Jährigen greifen 28 Prozent regelmäßig zum Glimmstängel. Jedes zehnte Kind hat vor seinem 12. Geburtstag bereits die erste Zigarette geraucht. Besonders die Mädchen neigen vermehrt zur Qualmerei; Tendenz steigend.
Es geht aber auch anders: "Nichtraucher sind Gewinner – immer". Das ist der Leitspruch des dritten hessenweiten Nichtraucher-Klassenwettbewerbs, der gestern in der Aula der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar von Schuldirektor Peter Laux und Organisator Hubert Hecker eröffnet wurde. Zugegen waren auch Vertreter vom Hauptsponsor, dem Rotary Club Kronberg-Oberursel, sowie von der Volksbank und des Lions-Clubs. Viele Schüler zeigten durch ihre Teilnahme am Wettbewerb und ihr Kommen, dass sie alle etwas gegen das Rauchen haben.
750 hessische Schulklassen machen dieses Jahr beim Nichtraucher-Wettbewerb mit. Mehr als im vergangenen Jahr. Sie alle sagen und wetten: "Wir schaffen es, fünf Monate nicht zu rauchen!" Außer Gesundheit und gesparten Euros gibt es dabei auch etwas zu gewinnen: 200 Euro als Hauptpreis sowie 25- und 20-Euro-Beträge als weitere Preise. Mit 4000 Euro unterstützt der Rotary Club Kronberg-Oberursel diese Anti-Raucher-Kampagne.
Schulleiter Laux erklärte den Schülern, dass das Aussteigen aus Gewohnheiten neue Freiräume eröffne. Es sei "ein positiver Beitrag zur Wahrung der Gesundheit". Dieser Weg könne erfolgreich sein; aus eigener Erfahrung wisse er dies zu berichten.
Besonders schlecht wurde sowohl bei den Schülern als auch bei Hubert Hecker die Tabakwerbung bewertet. Mehr und mehr ziele sie auf die Jugendlichen ab. Überall gebe es Werbung fürs Qualmen, etwa auf Plakaten in Schulnähe oder an Bushaltestellen. Die Industrie sorge so für Ihren Rauchernachwuchs, klagte Hecker. Schließlich verliere sie jährlich eine Million Kunden durch Tod oder Alter. "Und die Regierung als Handlanger der Industrie klagt noch gegen das geplante Tabakwerbeverbot", kritisierte Hecker.
Und wie reagierte die anwesende Zielgruppe? Anna Wagner (13) sagte: "In unserer Klasse raucht niemand. Wir finden es alle eklig!" Und Lukas Becker (13) deutete auf das Foto mit dem schwarzen Lungenflügel und erklärte: "So will ich nicht aussehen! Von dem Geld kaufe ich mir lieber ein Auto."
Am Rednerpult taten einige Siebtklässler ihre Abneigung gegen den blauen Dunst kund. Die meisten störte der Gestank und gelbe Finger. Und sie formulierten ihre Angst vor der Krebsgefahr. Angelika Diefenbach (14) sagte: "Ich glaube nicht, dass es noch welche gibt, die nicht wissen, dass Rauchen schädlich ist!"
Die teilnehmenden Schüler haben sich verpflichtet, den Glimmstängel bis zum 12. Juni zu ächten. Aber Vorsicht: Es darf gepetzt werden, und Mogeln gilt nicht. Hecker: "Es ist so leicht anzufangen, aber so schwer aufzuhören."



Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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