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21.11.2003 Ein Visum in den Tod – Ausstellung in der Synagoge

 

Hadamar. "Der einzige Fehler, den wir machen könnten, wäre der, diese schrecklichen Taten zu vergessen", sagte einer der zwölf jungen Teilnehmer der Ausschwitz-Fahrt während der Ausstellungseröffnung in der ehemaligen Synagoge Hadamar, wo gemeinsam mit der israelischen Botschaft das Grauen der deutschen Geschichte dokumentiert ist. "Diplomaten, die Juden retten" und "Ausschwitz – das Unfassbare", so die beiden Titel des Zusammengetragenen. Christa Pullmann, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Limburg-Weilburg begrüßte außer den Fahrt-Teilnehmern und vielen Schülern der Fürst-Johann-Ludwig-Schule die erste Stadträtin Ingrid Ferchland, den Stadtverodnetenvorsteher Heinz Valentin, den Ersten Kreisbeigeordneten Manfred Michel und besonders auch Melanie Eriksson vom Jugendbildungswerk Limburg-Weilburg, die diese Studienfahrt im Juni dieses Jahres angeboten hatte. Nachdenklich machende Musik vom Bajan-Trio aus Zhitomir stellte die Besucher auf die ausgestellten Fotos, Texte und eigene Aufzeichnungen ein. Manfred Michel bewunderte den Mut der jungen Leute, die Stätten des Grauens aufzusuchen. "Diese Erfahrungen sind durch keinen Unterricht zu ersetzen", unterstrich Michel. Sehr nahe gegangen war der Gruppe die Begegnung mit Henryk Mandelbaum, der als 21-Jähriger Leichenberge verbrennen musste, weil die Öfen nicht mehr reichten. Zu lesen ist ein ergreifender Dialog zwischen einer Mutter und ihrem kleinen Kind in der Kolonne des Todes. 1,5 Millionen Kinder wurden während der NS-Zeit ermordet. Teenager wurden wie Häftlinge nach Ausschwitz gebracht. Ein 7-jähriges Waisenkind musste alleine dort hin. "Überladene Züge wurden abgefertigt", so der damalige Wortlaut eines SS-Führers. Die Juden wurden im Lager mit den Worten begrüßt: "Hier kommt ihr nur noch durch den Kamin wieder raus." Teilnehmerin Katharina Schardt (17) erzählte, dass viele Bekannte auch Interesse an solch einer Fahrt in die Vergangenheit hätten, ihnen aber der Mut fehlen würde. Ihre Eltern hätten sie dabei sehr unterstützt. Die nächste Fahrt nach Ausschwitz ist vom 5. bis 12.Juni 2004. "Wir alle haben gottlob ein Visum fürs Leben", erinnerte Pullmann damit an die Menschen, denen es damals abgesprochen wurde.

 

Öffnungszeiten der Ausstellung: 26. November von 9 bis 14.30 Uhr und am 28. November von 9 bis 12.30 Uhr. Informationen unter (0 64 82) 48 28. (bwe)




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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