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16.10.2003 Frickhöfer Schüler redet im Bundestag

 

Hadamar/Dornburg. Am Rednerpult des Plenarsaales des Bundestags im Berliner Reichstagsgebäude stand der 17-jährige Arne Habel aus Dornburg-Frickhofen. Der Schüler der 12. Klasse der Hadamarer Fürst-Johann-Ludwig-Schule nahm zur Resolution seines Arbeitskreises zur Umgestaltung der UNO Stellung. Möglich wurde dies im Rahmen der Veranstaltung "Jugend und Parlament", zu der Arne Habel vom heimischen Wahlkreisabgeordneten Klaus-Peter Willsch (CDU) eingeladen worden war.

 

Seit 1984 findet "Jugend und Parlament", außer in Wahljahren, statt. Zur diesjährigen Veranstaltung waren 450 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland von Bundestagsabgeordneten eingeladen worden. Der 17-jährige Arne Habel interessiert sich seit einigen Jahren für die Politik. Wie der Frickhöfer Schüler "Jugend und Parlament" in Berlin erlebte, hat Arne Habel in den nachfolgenden Zeilen nieder geschrieben:

 

Der Erlebnisbericht von Arne Habel

 

"Die dreitägige Veranstaltung begann am 21. September. Ich machte mich also am frühen Morgen auf den Weg, so dass ich am Mittag in Berlin eintraf. Dort galt es zunächst in der Jugendherberge, in der wir untergebracht waren, die anderen Teilnehmer kennen zu lernen, denn wir kannten uns grundsätzlich vor der Veranstaltung noch nicht. Ich war erstaunt, dass die Mehrzahl der Teilnehmer bereits Studenten waren und nicht wie ich Schüler, hatte aber keine Probleme damit. Um 15 Uhr begann schließlich das dicht gedrängte Programm. Mit einem Bus fuhren wir ins Reichstagsgebäude. Nach der Sicherheitskontrolle erhielten wir Ausweise, die uns zum Betreten sämtlicher Gebäude des Bundestages, einschließlich des Plenarsaals, berechtigten. Dort wurden wir dann auch offiziell durch den Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse und die für Jugend und Parlament beauftragte Abgeordnete Nina Hauer begrüßt.

 

Wie jedes Mal, wenn eine Veranstaltung im Plenarsaal stattfand, galt auch bei der Begrüßung freie Sitzplatzwahl, was dazu führte, dass man sich um die mit Pult und Mikrofon ausgestatteten Plätze der ersten sechs Reihen drängte. Der Begrüßung folgten Führung durch den Reichstag und Abendessen im Casino des Bundestages. Am Abend gingen wir dann in den Tränenpalast, ehemalige Grenzübergangsstelle am Bahnhof Friedrichstraße und heutiges Kulturzentrum, in dem eine Podiumsdiskussion mit den jüngsten Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen stattfand.

 

Im Anschluss daran spielte eine Band und wir hatten Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit diesen Abgeordneten. Am darauf folgenden Tag ging es bereits um neun Uhr im Plenarsaal mit der Vorstellung der Fraktionen, bei der die Fraktionsvorsitzenden von ihrer Arbeit berichteten, los. Anschließen war bis zum Mittagessen Fragestunde in den Fraktionsräumen im Reichstagsgebäude.

 

Nach dem Essen, das im Paul-Löbe-Haus des Bundestages, in dem die Ausschüsse tagen, stattfand, traten zwölf verschiedene Arbeitskreise zusammen. Diese beschäftigten sich mit Themen wie Zukunft der sozialen Sicherungssysteme, Wehrpflicht, Globalisierung etc.. Ich nahm am Arbeitskreis zum Thema "Zukunft der Vereinten Nationen" teil. Wir diskutierten fast fünf Stunden lang mit dem Vorsitzenden und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages sowie mit einem Juristen über die Umgestaltung der UNO, insbesondere des Weltsicherheitsrates. Am Ende einigten wir uns auf eine Absichtserklärung, die in New York bei der UNO-Vollversammlung dem Bundeskanzler übergeben wurde.

 

Abends fanden Empfänge in den Landesvertretungen statt. In der hessischen Landesvertretung traf ich beim Abendessen auch Klaus-Peter Willsch.

 

Der dritte und letzte Tag war der Tag der Plenarsitzung. Im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes wurden die Ergebnisse der Arbeitskreise vorgestellt. Die Sitzung leiteten im Wechsel der Bundestagspräsident und die Vizepräsidenten des Bundestags. Es folgten Aussprache und Abstimmung über die Resolutionen der Arbeitskreise. Auch ich nahm daran mit Stellungnahmen und dem Einbringen eines Änderungsantrags zu der Resolution meines Arbeitskreises, der von der Mehrheit der Teilnehmer angenommen wurde, teil. Bei Streitthemen wie Gentechnik gab es teilweise sehr hitzige Debatten. Dementsprechend knapp vielen dann auch die Ergebnisse der Abstimmungen aus.

 

Für mich war es eine ganz besondere Erfahrung, im Plenarsaal zu sitzen und vom Bundestagspräsidenten aufgerufen zu werden, an das Rednerpult zu treten.

 

Als ich nach der Plenarsitzung mit anderen Teilnehmern die Heimreise antrat, hatte ich viele neue Erfahrungen gesammelt und Bekanntschaften zu anderen politisch interessierten Jugendlichen geschlossen."




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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