| 03.07.2004 Schüler für Rauchverbot an den Schulen |
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Hadamar. «Ich würde nie anfangen zu rauchen, denn wenn ich höre, wie viele Menschen an schweren Krankheiten, die durch das Rauchen verursacht werden, sterben, dann ist das ja wie Selbstmord, bloß das es etwas länger dauert», sagte eine Schülerin aus einer neunten Klasse der Fürst-Johann-Ludwig-Schule gestern anlässlich der Abschlussveranstaltung des dritten Nichtraucherwettbewerbes in der Aula der Schule.
Insgesamt hatten 750 hessische Schulklassen an dem Wettbewerb teilgenommen, aber 440 von ihnen haben es nicht geschafft, fünfeinhalb Monate nicht zu rauchen. 310 haben es hinbekommen, von ihnen sind 265 reine Nichtraucherklassen, und in 45 Klassen haben weniger als zehn Prozent der Schüler geraucht. An dem Wettbewerb hatten Klassen aus ganz Hessen teilgenommen. Für die 310 erfolgreichen Nichtraucherklassen fand auf der Abschlussveranstaltung eine Verlosung statt, auf der insgesamt 5150 Euro verlost wurden.
Von den Wenigraucherklassen wurden 20 ausgelost, die 15 Euro gewonnen haben. 220 Nichtraucherklassen dürfen sich über 25 Euro freuen. Die Klasse 7d des Gymnasiums am Mosbacher Berg aus Wiesbaden und die 7g der Anne-Frank-Schule in Linden bekommen 50 Euro. Den Hauptpreis gewann die 6a der Konrad-Adenauer-Schule aus Petersberg, die um 200 Euro reicher gemacht wurde. Alle erfolgreichen Klassen aus der Limburger Umgebung erhalten von der Volksbank 25 Euro für ihre Klassenkasse.
Auf der Veranstaltung sprachen sich viele Schüler gegen das Rauchen aus. Nicht nur die gesundheitlichen Folgen kamen zur Sprache. Dass es zudem sehr teuer sei, Raucher nicht gut riechen und es eh nicht cool sei, fand neben vielen anderem Erwähnung.
Oberstudienrat Huber Hecker, der das Projekt betreute, betonte wie wichtig es sei, sich ganz bewusst gegen das Rauchen zu entscheiden. Der Schulpsychologe Bernd d’ Amour, der vom Schulamt Limburg-Weilburg gekommen war, hob den Vorbildcharakter von Gleichaltrigen hervor. Wenn man selbst nicht rauche, animiere man auch keine anderen. Das gleiche gelte auch für Lehrer, die seiner Meinung nach nicht vor ihren Schülern rauchen sollten. Uwe Hopper vom Hauptsponsor Rotary-Club zeigte sich in seiner Rede von den jungen Schülern angetan und der stellvertretende Schulleiter der Fürst-Johann-Ludwig-Schule Hadamar, Rudi Holzhäuser, sprach gar von einer «gesundheitsfördernden Schule.»
Weitere Sponsoren waren neben Rotary-Club und Volksbank die AOK und der Lions-Club.
Außerdem konnte Hubert Hecker auch 1400 weitere Unterschriften für ein generelles Tabakwerbeverbot präsentieren, die als Petition an Bundeskanzler Gerhard Schröder geschickt werden. 850 dieser Unterschriften wurden von der Klasse 7aG der Fürst-Johann-Ludwig-Schule gesammelt, der Hecker als Klassenlehrer vorsteht. Einige seiner Schüler haben auch Begleitbriefe an Schröder geschrieben. Der Tenor der Briefe ist es, dass die Werbung vor allem Kinder und Jugendliche zum Rauchen animiere. 2500 Unterschriften wurden bereits beim letzten Nichtraucherwettbewerb gesammelt. Zudem wurde eine Resolution an die hessische Kultusministerin Karin Wolff präsentiert, in der sich für ein generelles Rauchverbot an Hessens Schulen ausgesprochen wird. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung vom Schülerchor «Fürstenteenies», die zwar viel Schall, dafür aber natürlich keinen Rauch produzierten. (aj) 


Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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