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Sie befinden sich hier: Start >Unsere Schule >Presse >Schuljahr 2003/04 >09.07.04 Mit einer Israelin in Auschwitz >

09.07.2004 Mit einer Israelin in Auschwitz

Limburg-Weilburg/Auschwitz. Block 27 im Stammlager Auschwitz: In einem kleinen Andachtsraum ertönt synagogale Musik. An den Wänden stehen hebräische Sätze aus der Thora. Kerzen brennen. Endlich, nach mehr als 60 Jahren kann Naomi in Auschwitz ihrer beiden Großeltern Waller und Rothschild aus Großkrotzenburg bei Hanau gedenken. Auch die Eltern ihres Mannes bezieht sie in ihre Andacht mit ein. Sie alle wurden in Auschwitz ermordet. Ihre Namen stehen auf zwei flachen Flusssteinen, die Naomi aus Israel mitgebracht hat, um sie in Auschwitz niederzulegen.

 

Schwer zu tragen hatte sie an dieser Last. Nun ist sie wie befreit. Mit einer deutschen Gruppe aus Limburg ist sie nach Auschwitz gefahren, um das dunkelste Kapitel aus ihrer Familiengeschichte zu bewältigen. Veranstaltet wurde diese Fahrt vom Jugendbildungswerk des Landkreises Limburg-Weilburg und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ).

 

Zum ersten Mal fuhr eine Limburger Gruppe nach Auschwitz, die nicht nur aus Jugendlichen bestand. In diesem Jahr nahmen auch zwölf Erwachsene aus dem Bundesgebiet teil. Melanie Eriksson und Christine Kohlhaas vom Jugendbildungswerk sowie Christa Pullmann von der CJZ leiteten die Fahrt und hatten Naomi Rozen dazu eingeladen. Zur Gruppe gehörten vier Marienschülerinnen aus Limburg und elf Schüler der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar. So wie im vergangenen Jahr trafen sich die Teilnehmer mit dem Überlebenden Henryk Mandelbaum, einem polnischen Juden, der als junger Mann dem Leichenverbrennungs-Sonderkommando zugeteilt war. In der so genannten Todeszone musste Mandelbaum damals Leichen aus den Gaskammern in offene Gruben schleppen und sie dort verbrennen, weil die Kapazitäten der Krematorien nicht ausreichten. Am Krematorium IV in Birkenau erklärte er alles. Mandelbaum hinterließ bei den Teilnehmern einen tiefen Eindruck.

 

Außerdem besichtigte die Gruppe das Lager Plaszow bei Krakau – der Ort, an dem der Film «Schindlers Liste» gedreht wurde. Um weitere Projekte im Zusammenhang mit der Fahrt zu planen, wird sich die Gruppe in Kürze treffen.

 




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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