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04.09.04 100 Jugendliche wollen helfen Aussendung ins Soziale Jahr

Limburg. Rund 100 junge Erwachsene aus dem Bistum Limburg haben entschieden, sich sozial zu engagieren. Die jungen Leute, die zwischen 16 und 27 Jahre alt sind, leisten ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Einrichtungen der Katholischen Kirche. Ihre Aussendungsfeier begann am Freitag mit einem Wortgottesdienst in der Annakirche, den der Diözesanjugendpfarrer Wolfgang Pax gehalten hat. Anschließend trafen sich die jungen Menschen im Kolpinghaus. Hier wurden sie begrüßt, abermals von Wolfgang Pax, und bekamen ihre Teamleiter vorgestellt. Denn fünf mal im Jahr treffen sich die jungen Leute jeweils für eine Woche in diesen Teams und haben Gelegenheit, ihre Eindrücke unter pädagogischer Anleitung zu reflektieren und sich weiterzubilden. Auch über die Probleme, die sich vielleicht einstellen werden, wird in diesen Bildungswochen gesprochen. Außerdem bekamen sie bei der Aussendungsfeier einen ersten Ausblick auf das vor ihnen liegende Jahr.

 

Die Arbeitsstelle Soziale Dienste im Bistum Limburg ist Träger des Dienstes. Das FJS dauert in der Regel ein Jahr. Die Zeit kann aber zwischen sechs und 18 Monaten schwanken. Für diese Zeit arbeiten die FJSler in sozialen Einrichtungen wie Altenheimen oder Kindergärten. Auch in Pfarreien, Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen finden sich Betätigungsfelder für die jungen Menschen. Sie erhalten 185 Euro Taschengeld und ungefähr 200 Euro Verpflegungsgeld im Monat. Außerdem werden Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Wer sich früh genug um sein Freiwilliges Soziales Jahr kümmert, hat auch die Gelegenheit, dies im Ausland zu leisten.

 

Die Motivation der jungen Menschen, ein solches Freiwilliges Soziales Jahr zu leisten, ist ganz unterschiedlich, wie sie erzählten. Einige wollen ihre Persönlichkeit weiterentwickeln und etwas für andere Menschen tun, andere möchten sich mit Glaubensfragen auseinander setzen und Gemeinschaft erfahren. Viele nutzen das Jahr aber auch als Überbrückungszeit, bis sie eine Lehrstelle oder einen Beruf gefunden haben.

 

Manche Jugendliche wollen sich beruflich orientieren. Zu ihnen gehört Timo Elsner. Der 19-Jährige aus Montabaur leistet sein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten «St. Martin» in Montabaur. Dort betreut er Kinder und spielt mit ihnen. Eigentlich wollte er Krankenpfleger werden, sagt Timo. Mittlerweile interessiere er sich mehr für den Beruf des Erziehers. Während seinem Freiwilligen Sozialen Jahr möchte er testen, ob dieser Beruf etwas für ihn ist. Ähnlich ist es bei der 16-jährigen Laura Prester aus Neunkirchen. Sie arbeitet in einem Kindergarten in Elsoff. Die 19-jährige Agnethe Bergtold aus Elz arbeitet halbtags an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar. Unter anderem ist sie dort in einem Streitschlichterprogramm tätig. An den Nachmittagen hat sie ihren Aufgabenbereich in einem Jugendtreff, zu dem, wie sie sagt, vor allem sozial schwache Jugendliche kommen. Auch ihr gefällt es dort, und sie möchte sehen, ob ihr diese Arbeit langfristig liegt. Für ihre Zukunft kann sie sich Jugendsozialarbeit in Kombination mit Theologie gut vorstellen. Julia Mohr aus Dornburg-Frickhofen leistet ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lebenshilfe in Limburg. Dort ist sie auch für die Betreuung behinderter Menschen zuständig. Sie beschäftigt sie mit Aufgaben wie Malen, Basteln oder Puzzeln. Sie sagt, sie möchte «einfach mal sehen, wie es Menschen geht, die nicht alles besser können». Auch Julia Mohr kann sich vorstellen, dass ihr späterer Beruf auf diesem Feld liegen könnte. Logopädie, sagt sie, interessiere sie.

 

Auch Wolfgang Pax hatte angemerkt, dass viele, die ein Freiwilliges Soziales Jahr geleistet hätten, ihre berufliche Heimat in einem sozialen Beruf gefunden hätten. (aj)

 

 




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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