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07.01.05 „Anstinken“ gegen den Tabakdunst

Hadamar. Die Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar gilt als Vorreiter von Anti-Raucher-Kampagnen. So kommt es nicht von ungefähr, dass die vierten hessenweit stattfindenden Nichtraucher-Klassenwettbewerbe auch in Hadamar eröffnet werden. Dazu wird die hessische Kultusministerin am Montag, 10. Januar, in der Fürst-Johann-Ludwig-Schule erwartet, wo von 11.50 bis 12.30 Uhr in der Aula der Schule zum offiziellen Start des Wettbewerbes auch ein kleines Programm angeboten wird.

 

Der Chor der «Fürstenteenies» wird die Veranstaltung musikalisch umrahmen. Schüler werden sich zum Thema Rauchen und Nichtrauchen äußern. Auch Hubert Hecker von der FJL-Schule, der Landesbeauftragte für den Nichtraucher-Wettbewerb, zum Thema Stellung nehmen.

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Nach den Ergebnissen der neuesten europäischen Vergleichsstudie zum Nikotinkonsum (ESPAD) rauchen 43 Prozent der Neunt- und Zehntklässler in Hessen, davon 32 Prozent täglich und 11 Prozent mehr als 10 Zigaretten pro Tag, so Hubert Hecker.

 

Rauchverbot an den Schulen

 

Es seien diese erschreckende Resultate, die die hessische Kultusministerin bewogen habe, zum l. Januar 2005 ein gesetzliches Rauchverbot an allen Schulen in Hessen einzuführen. Das Schulrauchverbot mache allerdings die Präventionsarbeit an der Schule nicht überflüssig, wie die Kultusministerin betonte. Im Gegenteil werde dadurch der Präventionsunterricht glaubwürdiger und letztlich auch effektiver. Mit dem Wegfall der Raucherhöfe auf den Schulen werde den Schülern nicht mehr signalisiert: «Mit 16 dürft ihr rauchen; die Lehrer erlauben es sogar.»

 

Der Wettbewerb «rauchfreie Klasse» ist ein Mosaikstein des schulischen Präventionsprogramms, um das Nichtraucherbewusstsein zu stärken, damit die Schüler gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen. Ziel der Aktion mit Selbstvertrag und Verhaltens-Versprechen ist es, das Nichtrauchen zu einer bewussten Entscheidung der Schüler/innen zu machen. Wenn Janna (13) sagt: «Rauchen ist absolut uncool! Ich werde mir niemals dieses stinkende und schädliche Zeug zumuten – und auch nicht ändern!» – dann ist das Lernziel des Wettbewerbs erreicht. Wesentlich unterstützt wird dieser Lernprozess vom begleitenden Unterrichtsgespräch und dem klassischen Aufklärungsunterricht.

 

Wie läuft die Aktion im einzelnen ab ? Angesprochen für diesen Wettbewerb sind die Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe (Hauptschule) oder in den sechsten bis achten Klassen, wenn die Rauchverführung beginnt. Denn das Einstiegsalter für «Raucherkarrieren» liegt zwischen 11 und 15 Jahren. Bei der Aktion müssen die teilnehmenden Schüler/ innen persönlich und als Klasse in einem Vertrag festschreiben, dass sie sich fünf Monate vom Glimmstängel fern halten. Die Einhaltung des Versprechens wird wöchentlich auf einem Kontrollbogen festgehalten und auch objektiv überprüft.

 

Für den diesjährigen Wettbewerb haben mehr als 780 Schulklassen in Hessen die Unterlagen angefordert. Nach fünf Monaten werden die reinen Nichtraucherklassen belohnt. Im letzten Jahr haben immerhin 310 hessische Schulklassen durchgehalten und Preise bekommen: 300 €Euro für den 1. Preis. 220 Nichtraucherklassen wurden 20 €Euro auf ihre Klassenkonten überwiesen. Aber auch die Wenigraucher-Klassen, also Schulgruppen mit bis zu 10 Prozent Nikotinverführten, haben noch die Chance, bei der Zweitauslosung Preise von jeweils 15 Euro zu gewinnen. Die Endauslosung findet am 22. Juni 2005 in der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar unter dem Motto statt: «Nichtraucher sind Gewinner. Immer!»

 

Die Präventionsarbeit in den Schulen müsse gegen schlechte Vorbilder und zahlreiche Einflüsterer für den Tabakdunst «anstinken». Eltern spielten als Vorbild eine große Rolle ebenso wie Erwachsene allgemein und die als Meinungsführer angesehenen Erwachsenen der Musik- und Medienszene, meint Hubert Hecker. Die Tabakindustrie versuche mit der Werbung insbesondere die Jugend als potenzielle Raucher zu erreichen. Dagegen werde die vielfach beschworene Clique oder Gleichaltrigen-Gruppe teilweise überschätzt in ihrem Einfluss oder gar Zwang. Nur wer vorher schon mental auf Rauchen eingestellt sei, werde von der Clique verführt. Die Schule habe durchaus Chancen und Kompetenzen für eine wirksame Prävention, wenn es ihr gelinge, die Schüler selbst zu überzeugten Nichtrauchern zu machen, die die Normalität des Nichtrauchens aktiv in ihren Kreisen vertreten. (bl)




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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