| 27.01.05 Verzahnung von Stadtjugendpflege und Schulsozialarbeit musikalisch unterstützt |
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Von Sabine Rauch
Hadamar. Jugendarbeit in Hadamar ist vielfältig. Der offene Jugendtreff in der Stadt gehört dazu, das Internet-Cafe, die Betreuung von Schulverweigerern und die Streitschlichter-AG an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. Manchmal gehört auch das Veranstalten von Benefiz-Konzerten dazu – zu Gunsten der Jugendarbeit. 7000 Euro kostet das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) von Agnetha Bergtold. Die Hälfte bezahlt die Stadt, schließlich arbeitet Agnetha Bergtold auch für die Stadtjugendpflege. 3500 Euro muss die Schule bezahlen, denn sie ist für die FJS-Stelle verantwortlich. Und genau die 3500 Euro gilt es, zusammen zu bekommen. 1243 Euro wurden bei dem Benefiz-Konzert mit den «Disharmonikern» und dem Chor «Chanterelle» gespendet. Für den Rest hoffe er auf Bußgelder und Firmenspenden, sagt Paul Stegemann, der Stadtjugendpfleger.
Auch seine Arbeit wird zur Hälfte von der Schule, also indirekt vom Kreis, und zur Hälfte von der Stadt bezahlt – «Hadamarer Modell» nennt sich das. Die Verzahnung von Stadtjugendpflege und Schulsozialarbeit sei nötig und sinnvoll, sagte Werner Wittayer, pädagogischer Leiter der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. Denn schließlich seien die Kinder und Jugendlichen morgens in der Schule und nachmittags dann oft in der Stadt.
Es sei unstreitig, dass Jugendsozialarbeit nötig ist, sagte Bürgermeister Hans Beresko. «Wir müssen sie uns leisten und nach Wegen zur Finanzierung suchen.» Er habe die Hoffnung, das Hadamarer Modell auf eine sichere Grundlage stellen zu können, sagte Joachim Hebgen, Chef des Kreisjugendamtes. Eine Spende hatte auch er dabei. Und er gab sie ab, bevor er das Konzert gehört hatte. Die meisten Gäste spendeten, nachdem die Künstler gezeigt hatten, was sie können. Und die Akustik der Aula machte es ihnen nicht gerade leicht. Da hilft nur die Technik oder eine gut ausgebildete Stimme. Die «Disharmoniker» vertrauen auf beides. Mit Hilfe des Mischpults lässt sich auch aus einer zarten Stimme eine volltönende und aus einer starken eine zurückgenommene machen. Aber nicht nur deshalb hatten ihre Interpretationen der Comedian-Harmonists-Schlager jenen Charme und jene Leichtigkeit, die sie so beliebt machen. Man merkt Wolfgang Schild (Bass), Jörg Diefenbach (zweiter Bariton), Holger Trapper (erster Bariton), Stefan Heep (erster Tenor), Bernhard Diefenbach (Tenor, Arrangeur und Leiter des Ensembles) und Michael Diefenbach (Klavier) einfach an, welchen Spaß ihnen die Musik macht.
Da hatte es «Chanterelle» Hadamar schon schwerer. Der Chor konnte nicht auf die Hilfe der Technik hoffen. Er hatte sich vorgenommen, die Zuhörer, die beschwingt und mit «Ich wollt', ich wär ein Huhn» im Ohr in die Pause gegangen waren, mit Biedermeierlichem von Mendelssohn-Bartholdy zu betören. Und zu belehren: Christoph Hilfrich, Chorleiter und Lehrer an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule, führte vor, wie Minimal-Music funktioniert. Wie zum Beispiel Alt und Sopran eine Art Echo-Effekt hervorrufen können. Am überzeugendsten war der Chor mit Volkslied-Bearbeitungen: mit Alfred Koerppens «Auf einem Baum ein Kuckuck saß» und «O voso galo comadre» von Manuel Groba. Da stimmten Dynamik, Agogik und Intonation. Es war etwas davon zu spüren, was mindestens genauso wichtig ist: die Freude an der Musik. 


Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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