| 05.09.2003 Das "Hadamarer Modell" hat sich bewährt |
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Über die Arbeit mit Jugendlichen an der Hadamarer Schule und in der Stadt
Hadamar. "Eine Schule, die behaupten könnte, ihre Schüler hätten keine Kontakte zu Drogen und Gewalt, gibt es nicht", sagt Paul Stegemann. Denn das sei – leider – die gesellschaftliche Entwicklung. Stegemann ist als Schulsozialpfleger an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule und als Stadtjugendpfleger seit knapp zwei Jahren in Hadamar tätig, arbeitet mit Kindern und Jugendlichen an der Schule und in der Stadt. Trotz der Größe der Hadamarer Gesamtschule mit ihren rund 2000 Schülern ist Stegemann davon überzeugt, "dass es eine sichere Schule ist". Das bedeute aber nicht, dass es keine Konflikte gebe, fügt er hinzu.
Konflikte meistern
Die Schule reagiert, je nach Schwere des Vorfalls, zögert auch nicht, bei einem schweren Vergehen die Polizei einzuschalten. Die Schule hat da klare Spielregeln, und Stegemann ist froh, dass er, die Schulleitung und die Lehrer gut zusammenarbeiten. Bei harmloseren Vergehen, bei Machtkämpfen oder "kleinen Scharmützeln" unter Schülern, kommt das "Streitschlichter-Modell" zum Tragen. Schüler ab der siebten Klasse werden zu Streitschlichtern ausgebildet, die sozusagen die Verhandlungen führen, wenn streitende Schüler oder Gruppen dazu bereit sind, ihre Konflikte verbal zu lösen. Auch wenn so nicht jeder Streit geschlichtet werden kann, Stegemann ist von diesem Modell überzeugt – einfach und wirkungsvoll sei es. Konfliktmanagement, Verbesserung des Klassenklimas und guter Umgang miteinander, das sollen die Schüler an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule lernen, aber vor allem, dass bei Fehlverhalten Konsequenzen folgen.
Schule könne nicht verantwortlich gemacht werden für Gewalt, meint Stegemann. Gewaltprävention muss, wie so vieles, im Elternhaus beginnen. Taschenmesser sind an der Hadamarer Schule tabu, aber natürlich müssen auch die Eltern darauf achten, dass ihr Kind nicht absichtlich oder versehentlich ein Messer mit in die Schule nimmt.
Sport-AGs gibt es an der Schule, hier können Aggressionen abgebaut werden. Auch Elternabende zum Thema Gewalt wurden schon veranstaltet, Stegemann arbeitet außerdem mit dem Verein "Verantwortung statt Gewalt" des Staatlichen Schulamts Wetzlar zusammen. Als äußerst positiv empfindet Stegemann die Zusammenarbeit mit den rund 130 Lehrern und der Schulleitung. Schulleiter Peter Laux unterstützt die Projekte des Schulsozialpflegers.
Der Jugendtreff und wie er funktioniert
In der Stadt, als Stadtjugendpfleger, versucht Stegemann, alle Altersgruppen zu erreichen. Für die Sechs- bis Elfjährigen gibt es Kinderkulturtage und Ferienspiele, für die Zwölf- bis 18-Jährigen vor allem den offenen Jugendtreff. Auch hier hat Stegemann klare Spielregeln aufgestellt: Im Jugendtreff herrscht striktes Rauch- und Alkoholverbot, Drogenverbot ohnehin. Viele Versuche, in der Innenstadt einen Jugendtreff fest zu installieren, waren in den vergangenen Jahren gescheitert. Jetzt ist der Jugendtreff, den Stegemann als sehr wichtig für die Kernstadt erachtet, gut besucht, die aufgestellten Regeln werden von den Jugendlichen akzeptiert. Wichtig für diese Arbeit seien natürlich auch die entsprechenden Räumlichkeiten, meint Stegemann mit Blick auf Planungen zur Umgestaltung des Bellerive-Platzes, wo sich der Jugendtreff befindet. Der Jugendtreff, der zwei Mal in der Woche stattfindet, sei der Dreh- und Angelpunkt für alle Jugendlichen, die sich mit ihm treffen oder den Kontakt zu ihm intensivieren wollten, sagt der Jugendpfleger. Beziehungsarbeit sei sein "wichtigstes Handwerkzeug".
Für eine Betreuung in den Stadtteilen bleibt ihm keine Zeit. Aber er gibt Hilfestellung und ist Ansprechpartner für die Jugendarbeit und die Einrichtung von Jugendtreffs in den Stadtteilen. Stegemann arbeitet in Kooperation mit den Hadamarer Vereinen, die Jugendarbeit betreiben, und den Kirchen in Hadamar. Auch mit den Jugendeinrichtungen auf Kreisebene hält er engen Kontakt.
Seine seit fast zwei Jahren geleistete Jugendarbeit versteht er als Anfang, sie müsse kontinuierlich fortgeführt werden. Erforderlich sei auch eine weibliche Kraft in der Hadamarer Jugendarbeit, die verstärkt mit Mädchen und jungen Frauen arbeitet, das sei das "wichtigste nächste Ziel" in der Hadamarer Jugendarbeit, betont Stegemann.(cz)
Kontakt mit Paul Stegemann unter (0 64 33) 8 91 59 (nachmittags in der Stadtverwaltung) und per E-Mail: jugendpfelge@hadamar.de. 


Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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