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Sie befinden sich hier: Start >Unsere Schule >Presse >Schuljahr 2002/03 >03.04.03 Max’ und Franks heiße Experimente >

03.04.03 Max’ und Franks heiße Experimente

 

Hadamar/Hünfelden. Normalerweise ist eine Mikrowelle kein Gerät, das Jugendliche sich zum Hobby machen. Max Broszio, Schüler an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule, und Azubi Frank Schäfer aus Hünfelden jedoch haben genau das getan. Sie beschäftigen sich damit, per Mikrowelle Stoffe so weit zu erhitzen, dass sie problemlos anzubohren oder zu verschweißen sind.

 

Am Anfang der Forschungen stand "Kommissar Zufall". Max und Frank wollten sich in der Mikrowelle rasch ein Essen aufwärmen. Doch in der Hektik hatten sie einen leeren Teller in das Gerät geschoben. Als sie das Versehen bemerkten, wollten sie den Teller aus dem Ofen holen und stellten fest, dass dieser sich stark erhitzt hatte. Dies verwunderte die beiden, denn laut Gebrauchsanweisung war das Geschirr "mikrowellenfest". Max und Frank testeten andere Gegenstände aus Keramik auf die gleiche Weise – und beobachteten, dass manche Keramiken in der Mikrowelle sogar zu glühen anfingen und schließlich schmolzen. Und das, obwohl sie 1300 Grad Celsius Brenntemperatur unbeschadet überstanden haben!

 

Wie heiß können Keramiken in der Mikrowelle werden und warum erwärmen sie sich überhaupt in der Mikrowelle? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, führten die Jungen schließlich unzählige Versuche durch. Ihr Ergebnis: Jedes Material, das Ionen enthält, kann in der Mikrowelle bei intensiver Bestrahlung so stark erhitzt werden, dass es angebohrt werden kann, ohne dass Staub entsteht. Diese Entdeckung brachte Max und Frank auf die Idee, einen Mikrowellenbohrer zu bauen. Den wollten sie sich patentieren lassen – doch Pech für die beiden Jungforscher: 14 Tage zuvor hatte ein israelischer Professor das gleiche Verfahren als Patent angemeldet. "Sorry, Jungs", war der knappe Kommentar, als sich die beiden Westerwälder mit dem Israeli in Verbindung setzten, um Erfahrungen auszutauschen. Dieser Rückschlag hinderte die beiden Jugendlichen jedoch nicht daran, weiter zu forschen. Sie fanden heraus, dass sich in der Mikrowelle Keramiken und Metalle problemlos verschweißen lassen und dass Gold mit weitaus weniger Energie in einem Keramikbehälter zum Schmelzen gebracht werden kann.

 

Lehrer der Fürst-Johann-Ludwig-Schule unterstützen das ungewöhnliche Hobby der Jungen. Der Verband Deutscher Ingenieure und die Robert-Bosch-Stiftung stifteten je eine Mikrowelle für Forschungszwecke. Und wegen der hohen Stromrechnungen drücken Max" Eltern beide Augen zu. (kdh)

 

 




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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