| 11.01.03 Ab Montag zweiter hessenweiter Nichtraucher-Klassenwettbewerb |
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Hadamar. Der zweite hessenweite Nichtraucher-Klassenwettbewerbs wird am Montag, 13. Januar, um 11 Uhr in der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar eröffnet.
"Kinder greifen verstärkt zum Glimmstängel". Unter dieser Schlagzeile stehen die dramatischen Entwicklungen im Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen. Nach der letzten Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln für das Jahr 2001 rauchen 38 Prozent der 12- bis 25-Jährigen regelmäßig. Vor allem unter Kindern nimmt der Raucheranteil zu. Die Raucherquote bei Jungen ist in den letzten neun Jahren von 11 auf 18 Prozent gestiegen. Die Mädchen in dieser Altersklasse haben die paffenden Jungen inzwischen mit 21 Prozent überholt.
Zumindest im Rauchen erreicht die deutsche Schuljugend europäische Spitzenwerte, so der Landesbeauftragte für den Nichtraucher-Wettbewerb, Hubert Hecker von der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. . Dass diese Entwicklung zumindest in Hessen umgekehrt wird, dafür steht der nunmehr im zweiten Jahr ausgetragene Nichtraucher-Klassenwettbewerb "RAUCHFREI IST KLASSE, KLASSE IST RAUCHFREI". Bei der Aktion müssen die teilnehmenden Schüler/innen persönlich und als Klasse in einem Vertrag festschreiben, dass sie sich fünf Monate vom Glimmstängel fern halten. Die Einhaltung des Versprechens wird wöchentlich auf einem Kontrollbogen festgehalten und gegebenenfalls auch objektiv überprüft Für den diesjährigen Wettbewerb haben sich mehr als 450 Schulklassen in Hessen angemeldet. Nach fünf Monaten werden die reinen Nichtraucherklassen belohnt. Im letzten Jahr wurden immerhin 110 hessischen Schulklassen 25 Euro und mehr auf ihr Klassenkonto überwiesen. Aber auch die Wenigraucherklassen, also Schulgruppen mit bis zu 10 Prozent Nikotinverführten, haben noch die Chance, bei der Zweitlosung Preise von jeweils 20 Euro zu gewinnen. Die Endauslosung findet am 4. Juli 2003 in der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar unter dem Motto statt: "Nichtraucher sind Gewinner. Immer!" Angesprochen für diesen Wettbewerb sind die Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe (Hauptschule) bzw. in den sechsten bis achten Klassen, wenn die Rauchverführung beginnt. Denn das Einstiegsalter für Raucherkarrieren liegt zwischen 11 und 15 Jahren. Der Wettbewerb ist ein pädagogischer Mosaikstein, um das Nichtraucherbewusstsein zu stärken. Ziel der Aktion mit Selbstvertrag und Verhaltens-Versprechen ist es, das Nichtrauchen zu einer bewussten Entscheidung der Schüler/innen zu machen. Wenn Alina (13) sagt: "Ich finde es stärker nicht zu paffen. Rauchen ist absolut uncool!" - dann ist das Lernziel des Wettbewerbs erreicht. Wesentlich unterstützt wird dieser Lernprozess vom begleitenden Unterrichtsgespräch und dem klassischen Aufklärungsunterricht. Denn die schlechten Vorbilder und Einflüsterer für den Tabakdunst sind zahlreich und mächtig. Eltern spielen eine große Rolle ebenso wie Erwachsenen allgemein und besonders die als Vorbild und Meinungsführer angesehene Erwachsenen der Musik- und Medienszene. Die vielfach beschworene Clique oder Gleichaltrigengruppe wird teilweise überschätzt in ihrem Einfluss oder gar Zwang. Nur wer vorher schon mental auf Rauchen eingestellt ist, wird von der Clique verführt. Insofern ist die insgesamt positive Einstellung von Politik und Werbung zu der Volksdroge Nikotin mitverantwortlich für den Anstieg der jugendlichen Rauchquote.
Die Eröffnung der Nichtraucheraktion wird Karl-Winfried Seif, Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, vornehmen. Im Begleitprogramm: eine Ausstellung zur Cannabis-Problematik sowie zur Tabakwerbung; Beginn der Unterschriftensammlung für ein generelles Tabakwerbeverbot. Zur musikalischen Unterhaltung tragen die "Fürstenteenis" bei. (bl) 


Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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