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Sie befinden sich hier: Start >Unsere Schule >Presse >Schuljahr 2002/03 >10.11.02 Seit 350 Jahren Gymnasium Hadamar >

10.11.02 Seit 350 Jahren Gymnasium Hadamar

 

Hadamar. Ein seltenes Jubiläum mit einer wechselvollen Geschichte feiert in der nächsten Woche die Hadamarer Fürst-Johann-Ludwig-Schule. Mit einem Festakt am Samstag, 19. Oktober, wird um 17.30 Uhr in der Aula des Schlosses das 350-jährige Bestehen des Gymnasiums Hadamarer gefeiert.

 

Im Zeitraffer liest sich der Werdegang der Schule wie folgt: Am 3. Oktober 1652 wurde kurz nach dem Westfälischen Frieden durch den Fürsten Johann Ludwig von Nassau Hadamar die Schule gegründet. 1773 Auflösung des Gymnasiums wegen des Verbotes des Jesuitenordens. 1792 bis 1817 Gymnasium unter der Leitung von Weltgeistlichen, die französische Revolution überstehend. 1817 bis 1844 Weiterführung des Gymnasiums als Pädagogium in der nassauischen Zeit. 1844 bis 1866 Herzoglich Nassauisches Vollgymnasium. 1866 bis 1918 Königlich-Preußisches Gymnasium. 1918 bis 1939 Staatliches Gymnasium. 1939 bis 1945 Auflösung durch die Nationalsozialisten. 1945 bis 1971 Fürst-Johann-Ludwig-Schule, zunächst staatliches Gymnasium, dann in der Trägerschaft des Kreises. Seit 1971 ist das Gymnasium Teil der kooperativen Gesamtschule der Fürst-Johann-Ludwig-Schule.

 

Zum Jubiläum hat die Fürst-Johann-Ludwig-Schule eine eindrucksvolle Festschrift herausgegeben, in der die wechselvolle Geschichte im Detail von verschiedenen Autoren beschrieben ist. Professor Dr. Heinrich Otto aus Wiesbaden schreibt über die Gründung und Fundierung des Jesuiten-Gymnasiums durch Fürst Johann Ludwig. Studienrat Hubert Hecker nimmt zur "Jesuitenpädagogik" Stellung. Weitere Rückblicke von Hubert Hecker gehen auf die Einrichtung eines städtischen Gymnasiums ein, ferner auf die Herzoglich-Nassauische Schule (Hadamarer Pädagogium).

 

Der heutige Pädagogische Leiter Werner Wittayer schildert die Schule mit ihren drei Schulzweigen. Aufgeschlüsselt und optisch dargestellt wird die Finanzierung der Fürst-Johann-.Ludwig-Schule und aus welchen Städten und Gemeinden die Schülerinnen und Schüler kommen. Insgesamt wird eine Schülerzahl von 2102 angegeben, davon 1847 aus Hessen und 255 aus Rheinland-Pfalz. Die Schüler teilen sich wie folgt auf: 274 Hauptschule, 689 Realschule, 858 Gymnasium und 281 Oberstufe.

 

Ausführlich beschreibt Werner Wittayer das Schulprogramm der FJL-Schule mit Pädagogischem Leitbild, Bildungskonzeption sowie Bildungsangebot. Karl Heinz Kopp hat sich in der Festschrift Gedanken über Möglichkeiten und Grenzen einer schulischen Wettbewerbskultur gemacht und kommt zum Fazit, dass insgesamt ein stärkerer Wettbewerb zwischen Schulen und zwischen Lehrern zu einer höheren Leistungsqualität führe, was sich letztendlich und in erster Linie auf die Lernbedingungen der Schüler positiv auswirke.

 

Angesprochen und erläutert werden auch die Elemente des sozialen Lernens, die Schulsozialarbeit oder das "Hadamarer Modell" sowie die "Streitschlichter" an der Schule. Aus den Fachbereichen gibt es weitere Themen wie: "Ist Latein und Griechisch nutzlos, nützlich oder übernützlich ? Warum auch der Hauptschüler Englisch lernen sollte, die "Ökonomische Bildung", die Schule als "Spielraum des Glaubens", die Naturwissenschaften, die Musik, die Popmusik, die FJL-Schule und das Musische Internat. Außerdem die FJL-Schule und die Kreismusikschule, Hilfe für Straßenkinder und Hilfe für die Dritte Welt, die Arbeiten des Vereins der Ehemaligen, des Elternbeirates und der Schülervertretung. Auf rund 120 Seiten bietet sich eine Fülle Lesestoff, der nicht nur für ehemalige Schülerinnen und Schüler von Interesse sein dürfte.

 

Der amtierende Schulleiter Heinz Valentin hat in der Festschrift allen Mitarbeitern des Redaktionsteams gedankt, vor allem dem designierten neuen Schulleiter Peter Laux, dem "Spiritus Rector" der gesamten Schrift, wie Heinz Valentin betonte.

 

Oberstudiendirektor Joseph Racky schrieb in der Festschrift zum 300-jährigen Bestehen vor 50 Jahren: "Aus dem hiesigen Gymnasium sind viele bedeutende Männer hervorgegangen. Die meisten von ihnen waren Söhne von Bauern und Handwerkern." Heinz Valentin meint, diese Aussage sei bis heute zutreffend, nur müsse sie ergänzt werden: "Bedeutende Männer und Frauen, die aus allen Schichten der Westerwälder Bevölkerung kommen." (bl)




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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