| 07.09.02 Landrat gibt Entwarnung in der PCB-Belastung an Schulen |
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Limburg-Weilburg. In der Kreistagssitzung am gestrigen Freitag in der Villmarer König-Konrad-Halle hat Landrat Dr. Manfred Fluck Entwarnung gegeben, die Schulgebäude des Kreises seien überhöht mit PCB (Polychlorierte Biphenyle) belastet. Der Landrat stützte sich dabei auf das Ergebnis der Untersuchung an sieben von 65 Schulen im Kreis und nannte die exakten im August bei sommerlichen Temperaturen zwischen 22 und 32 Grad gemessenen Ergebnisse. Diese brachten allerdings für zwei Schulen, die Lindenschule in Lindenholzhausen und die Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar, zum Teil überhöhte, aber nicht gesundheitlich bedenklich gravierende Werte.
Der Landrat meinte, es handele sich um einen Zwischenbericht und diesen gebe er heute im Kreistag ab. Dies sei der bessere Weg, als auf Vorwürfe in Presseverlautbarungen zu reagieren. Außerdem habe der Kreisausschuss, der bereits reagiert habe, nichts zu verbergen. PCB sei nicht neu, schon 1990 bis 1994 seien rund 18 000 Kondensatoiren ausgewechselt worden, weil der Verdacht auf PCB-Belastung bestand. Das habe rund 850 000 Mark gekostet. Der Kreis habe schon damals vorsorglich gehandelt, das treffe auch auf seinen Vorgänger im Amt zu.
Auf den Fall Lindenholzhausen bezogen meinte Fluck, dort sei das Thema Mitte 2000 thematisiert geworden, als im Kindergarten überhöhte PCB-Werte festgestellt worden seien. Dann sei auch dem Hinweis nachgegangen worden, die Lindenschule, etwa gleiches Baujahr, könnte auch PCB enthalten. Es wurden auch teilweise überhöhte Werte festgestellt. Es sei ein Sanierungskonzept entwickelt worden, das sich aber nicht im Laufe der Sommerferien verwirklichen ließ. Kurzfristig wurde eine Erneuerung der Fenster für rund 170 000 Mark veranlasst. Weiterhin werde nun in einem Stufenplan bis Weihnachten ein erster und ab Januar 2002 ein zweiter Abschnitt saniert. Die gesamte Sanierung werde rund 500 000 Mark kosten.
Der Landrat bemerkte, es sei Besonnenheit und keine Hysterie erforderlich. Dr. Fluck bezog sich auf den Leitpfaden des Umweltbundesamtes für Innenraum-Hygiene vom Jahr 2000 . Die Produktion von PCB sei 1983 eingestellt worden. PCB befinde sich vor allem in Kitten, Spachtelmassen, dauerelastischen Fugen, Kunststoffen und auch Nagellacken. Es bestünden Richtwerte und eine so genannte Vorsorgewertung. Unter 300 Nanogramm pro Kubikmeter in der Raumluftkonzentration sei gänzlich unbedeutend, erst ab 300 Nanogramm sei eine Nachprüfung angesagt und bei mehr als 3000 Nanogramm sollte unverzüglich ein Sanierungskonzept greifen. Hauptquelle der Aufnahme von PCB in den menschlichen Körper sei aber gar nicht die Atemluft, sondern die Nahrung. Das Gesundheitsrisiko durch Atemluft sei deutlich geringer als früher angenommen, sage heute das Umweltamt Hessen.
Die Messwerte der Lindenschule Lindenholzhausen. Raum 5: 690 Nanogramm (Ng), Treppenhaus: 1890 Ng, Raum 11: 215 Ng, Raum 6: 1169 Ng und Raum 4: 974 Ng. Im Treppenhaus wurde die Belastung vor allem auf die Farbe der Heizkörper und die Deckenanstriche zurück geführt, außerdem auf Fugenmassen unter den Fenstern.
Heinrich-von-Gagern-Schule Weilburg Raum 008: 245 Ng. Raum 025: 10 Ng. Raum 121: 55 Ng. Raum 107: 245: Ng. Raum 131: 135 Ng.
Taunusschule Bad Camberg. Alle fünf untersuchten Räume lagen unter 300 Ng, so bei 220, 290, 45, 95 und 245. In Weilmünster betrugen die Messwerte 370, 340, 0 und 35 Ng.
Grund- Haupt- und Realschule Elz: Vier Räume mit 0 Ng und der Raum 203 mit 320 Ng.
Leo-Sternberg-Schule Limburg. Drei Messungen in der Grundschule mit 185, 290 und 465 Nanogramm. In den Klassen der Haupt-und Realschule alles Null-Werte.
Fürst-Johann-Ludwig-Schule Hadamar : Aula 920 Ng. Chemieklasse: 240 Ng. Raum 122: 460 Ng, Raum 322: 305 Ng und Turnhalle 385 Ng. Fugen und Deckenplatten wurden als Primärquellen angenommen. Der weitere Handlungsbedarf laut Landrat: Sanierung der Lindenschule, Analysen und Materialproben in der Hadamarer Schule. Im Etat für 2002 rund zwei Millionen Mark für PCB-Sanierung und Untersuchung von weiteren möglichen PCB-Fällen und für die Jahre 2003 bis 2004 Festlegung weiterer Mittel auf Grund vorliegender Ergebnisse weiterer Untersuchungen. 


Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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