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03.09.02 Absaugen hilft nicht gegen PCB

 

Limburg-Weilburg. "Über die Kosten wage ich noch nichts zu sagen", gab sich Landrat Dr. Manfred Fluck gestern Nachmittag zurückhaltend. Thema im Kreishaus war die Sanierung der mit PCB (Polychlorierte Biphenyle) belasteten Schulen. Fluck stellte dabei die jüngsten Messergebnisse und den daraus folgenden Sanierungsbedarf vor. Gleichzeitig stellte er auch klar, dass der Kreis von der so genannten Absaugmethode Abstand nimmt. Diese Art, mit quasi einer Art Staubsauger die Belastung zu reduzieren, habe sich als nicht brauchbar erwiesen. Auch wenn mit dieser Methode im süddeutschen Raum gute Ergebnisse erzielt worden sind, sagte Fluck.

 

Größtes Sanierungsprojekt könnte die Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar werden. Wie Fluck mitteilte, ist ein Raum in der Zwischenzeit als Muster für weitere Räume saniert worden. Gleichwohl wurde nach der Sanierung noch ein PCB-Gehalt von 577 Nanagramm pro Kubikmeter Raumluft (ng/m ) gemessen. Der Richtwert liegt bei 300 ng/m . Nach Einschätzung des die Sanierung begleitenden Büros sind die erhöhten Werte vermutlich auf die Fensterbauarbeiten zurückzuführen, die erneuten Staub verursacht haben. Der Raum, so Fluck weiter, wurde deshalb erneut gereinigt und die Belastung wieder gemessen. Das Ergebnis soll heute vorliegen. Erst danach wird der Raum wieder für den Schulbetrieb genutzt.

 

Allerdings gehen Fluck und das Kreisbauamt von einem recht hohen Sanierungsbedarf an der Schule aus. Bis zu 120 Klassen- und Fachräume sind betroffen. "Das geht in die Vollen", sagte Fluck. Im neuen Haushalt des Kreises werde sich die PCB-Sanierung entsprechend wiederfinden. Für die Sanierung muss der Kreis als Schulträger alleine aufkommen.

 

An der Lindenschule in Lindenholzhausen ist der erste Abschnitt der Sanierung beendet. Die Messungen haben lediglich im Flur des ersten Obergeschoss mit 395 ng/m ein über dem Richtwert liegendes Ergebnis gebracht. Da dies jedoch kein Aufenthaltraum ist, besteht nach Angaben der Fachleute kein weiterer Sanierungsbedarf, sagte Fluck. Mit dem zweiten Bauabschnitt an der Schule wurde inzwischen begonnen.

 

An der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dauborn wurde im Musiksaal mit 3920 ng/m der Spitzenwert im Kreis gemessen. Nach der Sanierung liegt der gemessene Wert noch bei 360 ng/m . Auch das Lehrerzimmer wurde saniert, trotzdem sank der gemessene Wert lediglich von 2205 auf 1435 ng/m . Hier wird eine so genannte Sekundärbelastung vermutet, sprich die Wände haben über die Jahre PCB aufgenommen und geben dies nun ab. Klarheit soll nun eine Messung mittels Passivsammlern an den Wänden bringen. Der Sanierungsaufwand an der Schule dürfte auch recht erheblich sein. Es ist zu vermuten, dass der komplette Altbau belastet ist.

 

An der Mittelpunktschule Goldener Grund in Niederselters hat Fresenius den Auftrag für eine Mustersanierung erhalten. Mit den Arbeiten soll nach Flucks Aussagen am 21. Oktober begonnen werden. Mit PCB belastet sind auch die Gebäude der Senckenbergschule in Runkel und Villmar (ehemalige Lahntalschule). Hier ist allerdings erst einmal die Suche nach den Quellen der Belastung angesagt. (jl)




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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