| 03.08.02 An Schule soll nicht gespart werden |
 |
 |
 |
Von Susanne Nießing
Limburg. Zwei Schulen, die unterschiedlicher nicht sein können, besuchte am Freitag eine Delegation der CDU aus Land und Kreis, an der Spitze der Landtagsabgeordnete Helmut Peuser. Einmal die Marienschule in Limburg, eine katholische Privatschule für 1500 Mädchen in historischem Gebäude, und die Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar, eine kooperative Gesamtschule und mit 2100 Schülern die zweitgrößte Schule in Hessen.
Peuser lobte die Qualität der Marienschule. Vieles, was nach Pisa gefordert wurde, setze die Schule schon lange um. So gebe es eine Nachmittagsbetreuung, ein Café, und die Schule öffne sich nach außen. Andreas von Erdmann, Geschäftsführer der die Marienschule tragende St. Hildegard-Schulgesellschaft, sagte, dass sich unter der CDU-Regierung die Refinanzierung der Privatschule deutlich verbessert habe. So stieg der Landesanteil an den Personalkosten um 2,5 auf 75 Prozent, und die Schule erhalte nun für jeden außerbezirklichen Schüler einen Gastschulbeitrag, nicht erst ab 20. Für die Zukunft erhofft er sich mehr Unterstützung im Baubereich und für die Einrichtung naturwissenschaftlicher Fachräume. Große Unterstützung von kommunaler Seite bekam die Schule für ihren Neubau mit neuen Klassenräumen. Die 1,5 Millionen Euro Baukosten bezuschusst der Kreis mit rund 75 000 Euro.
Positiv aufgenommen wurden die Ankündigungen von Hans Jürgen Irmer, schulpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion. Auf die Unterrichtsgarantie soll in der nächsten Legislaturperiode eine "Qualitätsgarantie" folgen. Lehramtsstudenten sollten mehr Pädagogik vermittelt bekommen und Schule "von der Pike auf lernen", so Irmer, und das dritte Studiensemester vollständig in einer Schule verbringen. "So können junge Leute schnell erkennen, ob sie für den Beruf geeignet sind." Peuser und Irmer bekannten, dass nicht alles, was wünschenswert sei, auch gleich umgesetzt werden könne. Doch trotz des 500 Millionen Euro Defizits im Land versprach Peuser: "Schule bleibt".
Mitten auf einer Baustelle residiert derzeit Heinz Valentin, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule. Der Brandschutz des 70er-Jahre Baus wird verbessert. Gleichzeitig wird einer möglichen PCB-Belastung auf den Grund gegangen: in einem Mustersanierungsraum werden die Fensterdichtungen entfernt. "Dann wird noch mal gemessen", so Valentin.
Positiv bemerkte Valentin, dass die Schule noch nie so früh Planungssicherheit über den Lehrerbestand gehabt habe. Schade sei, dass die dritte Sportstunde und eine Stunde im Fach Arbeitslehre nicht erteilt werden könnten. Mehr Sport scheitere schlicht am Platzmangel, die Arbeitslehre an zu wenig qualifizierten Lehrkräften. Doch durch 32 Arbeitsgemeinschaften an der Schule und zwei Praktika für Hauptschüler könne dies aufgefangen werden.
Die Probleme der Gesamtschule sind ganz andere als an der Marienschule: Mit 2100 Schülern unterschiedlicher Herkunft ist die Schule groß und damit sind es auch die Klassen. 28 bis 33 Schüler pro Klasse sind "ein riesiges Problem", sagte Karl-Josef Wilhelm, Personalratsvorsitzender, eine Einzelförderung sei so kaum möglich. Laut Valentin auch ein Resultat von verfehlten Elternentscheidungen, die ihre Kinder im gymnasialen Zweig sehen wollten und dächten, wechseln könnten sie immer noch. Die erschwere die Planung. Eine "wichtige Errungenschaft" sei der Schulsozialarbeiter, den sich die Schule mit der Stadt Hadamar teilt. Valentin: "Seitdem sind die Auseinandersetzungen spürbar weniger geworden."



Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
|