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07.03.02 Streetworker soll Probleme entschärfen

 

Hadamar. Die Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung war heftig, die Stadtverwaltung handelte, das Land Hessen reagierte schnell: In Hadamar wird ein Sozialarbeiter eingestellt, der als so genannter Streetworker tätig werden und sich um Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten kümmern soll. Mit 46850 Euro wird das Land Hessen in diesem Jahr die Stelle des Streetworkers zu einem großen Teil finanzieren; 11216 Euro muss die Stadt Hadamar tragen. Im Jahr 2003 wird das Land sogar die Vollfinanzierung für dieses auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt übernehmen. Am Dienstagabend hat der Staatssekretär im hessischen Sozialministerium, Karl-Winfried Seif, diese gute Nachricht ins Hadamarer Rathaus gebracht; Stadträte, Stadtverordnete, der neue Stadtjugendpfleger Paul Stegemann, Vertreter des Kreisjugendund Sozialamtes, der kreiseigenen Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung (GAB) und der Erste Kreisbeigeordnete und Jugenddezernent Manfred Michel waren dabei.

 

 

Der Streetworker soll aufsuchende Sozialhilfe leisten, das heißt, er wird gezielt zu Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten gehen, sich um sie kümmern und ihnen Hilfe anbieten. Seif stellte dar, die sozialen Probleme in der Stadt seien nur zum Teil auf die verschiedenen Einrichtungen wie den Maßregelvollzug zurückzuführen. Hadamar sei nach Limburg die Kommune im Kreis, die den größten Anteil an Sozialhilfeempfängern aufweise. Die Zahl von Heimunterbringungen, vollstationären Eingliederungshilfen und Familien, die einer intensiven Betreuung durch das Jugendamt bedürften, lägen in Hadamar weit über dem Kreisdurchschnitt. Die belege die Notwendigkeit des Pilotprojekts, sagte Seif. Das Projekt wird in enger Kooperation mit dem Kreis stehen, denn für Menschen mit sozialen Problemen sollen konkrete Lösungen gefunden und angeboten werden, zum Beispiel Qualifizierungsmaßnahmen.

 

Der Sozialarbeiter wird an die Stadtverwaltung angegliedert auch der Stadtjugendpfleger wird an diesem Pilotprojekt mitarbeiten. Insgesamt soll eine enge Kooperation erreicht werden; Seif sprach deshalb auch von einem „Gemeinschaftswerk“. Nach etwa einem halben Jahr wollen sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und über die gemachten Erfahrungen sprechen, denn mit diesem Projekt soll auch ein Lernprozess einher gehen. Seif sagte, er hoffe, dass das Land mit diesem Projekt einen guten Beitrag leiste, den Menschen in Hadamar zu helfen.

 

Bürgermeister Hans Beresko dankte für die schnelle Hilfe. Im November 2001 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss gefasst, das Land um Unterstützung für die Einstellung eines Streetworkers zu ersuchen. Mit Hilfe des Kreissozial- und Jugendamtes hatte die Verwaltung Ende Dezember den Antrag ans Ministerium formuliert. „Wenn alle an einem Strang ziehen, kann es sehr schnell gehen“, meinte der Erste Kreisbeigeordnete Manfred Michel. Das Projekt sei eine Chance, die es zu nutzen gelte; den Menschen müsse alle Hilfe zukommen, die möglich sei, nur so könnten die Probleme bewältigt werden. Der Kreis stehe zur Unterstützung des Projekts bereit, sagte Michel. Heinz Valentin, Stadtverordnetenvorsteher und Leiter der Fürst-Johann-Ludwig-Schule, sagte, die Schule sei die Institution, die am intensivsten mit den Problemen Jugendlicher und deren Familien befasst sei. Deshalb begrüßte er die geplante enge Zusammenarbeit des künftigen Sozialarbeiters mit dem Hadamarer Jugendpfleger, der zum einen Teil an der Schule, zum anderen in der Stadt tätig ist.

 

Karl-Winfried Seif berichtete auch, wie in allen Kernstädten sei auch in Hadamar der Ausländeranteil hoch; insbesondere seien die Probleme bei der Integration von Spätaussiedlern größer geworden. Deshalb solle in Schulen und bereits im Kindergarten die Sprachförderung einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten. (cz)




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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