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15.01.02 Ausstellung: Das kurze Leben der Jüdin Felice Schragenheim

 

Hadamar. „Das kurze Leben der Jüdin Felice Schragenheim.“ So lautet der Titel einer Ausstellung, die im Festsaal des Zentrums für Soziale Psychiatrie eröffnet wurde. Der Eröffnung voraus ging eine kurze Gedenkzeremonie im Keller der Gedenkstätte aus Anlass des 61. Jahrestages der ersten Euthanasie-Morde in Hadamar. Der Leiter der Gedenkstätte, Georg Lilienthal, und Regine Gabriel von der Gedenkstätte ließen mit Zahlen noch einmal die Gräuel der Naziherrschaft Revue passieren. So fielen dem Massenmord in Hadamar 15000 Menschen zum Opfer; 10000 durch Gas zwischen Januar und August 1941 und weitere 5000 in der zweiten Phase von August 1942 bis März 1945 durch überdosierte Medikamente und Hungerkost. „Doch man soll bei den Opfern nicht nur an die Toten denken, sondern an das Leben vorher, das diese Menschen gelebt haben“ so Georg Lilienthal.

 

Und an eines dieser Leben wird mit der Ausstellung von Felice Schragenheim in eindrucksvoller Weise erinnert. Die Ausstellung erzählt in Texten, Dokumenten, Fotos, Berichten und Gedichten vom Leben der lesbischen Jüdin Felice Schragenheim, die am 9.März 1922 in Berlin geboren wurde und aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen nicht zurückkehrte. Am 21.August 1944 wird sie von der Gestapo abgeholt, ins „Judensammellager“ gebracht, nach Theresienstadt deportiert, danach nach Groß-Rosen und Bergen-Belsen gebracht. In einem eindrucksvollen Vortrag im Rahmen der Eröffnungsfeier erzählte Dr. Peter Finkelgruen aus Köln von den Hintergründen der Wanderausstellung, die seit 1995 in der gesamten Bundesrepublik zu sehen ist. Er erzählte von der lesbischen Liebe zwischen der Jüdin Felice Schragenheim und der „Arierin“ Lilly Wust. Nach Aussage von Dr. Peter Finkelgruen sei den Menschen selbst in der heutigen Zeit nicht bewusst, dass der Paragraph 175, der Schwule und Lesben in die kriminelle Ecke stellte, bis in die 80er Jahre seine Gültigkeit hatte.

 

Die Jüdin Felice Schragenheim ist nicht nur durch die Ausstellung wieder in Erinnerung gebracht worden. Sie war „Jaguar“ aus dem Spielfilm „Aimée & Jaguar“, ein Film, der von der lesbischen Liebe zweier Frauen in den Kriegswirren erzählt. Dieser Film gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung. Das setzt sich zusammen aus Klezmer-Musik am Freitag, 25. Januar, um 19.30 Uhr, einem Zeitzeugengespräch am Dienstag, 5.Februar, um 19.30Uhr, dem Film „Aimée & Jaguar“ am Freitag, 1.März, um 19.30 Uhr, dem Studientag „Lesben/lesbische Liebe im Nationalsozialismus“ am Samstag, 27.April, von 10 Uhr bis 17 Uhr und dem Studientag „Ausgrenzung jüdischer Ärzte im Nationalsozialismus“ am Samstag, 8.Juni, von 10Uhr bis 17Uhr. Nach der kleinen Eröffnungsfeier, die durch die Jugendlichen der Fürst-Johann-Ludwig-Schule „Die Fürsten-Teenies“ unter der Leitung von Christopher Schellenberg musikalisch mitgestaltet wurden, hatten die vielen Gäste Gelegenheit, die Ausstellung im Festsaal zu besichtigen, die bis zum 13.Februar immer von Dienstag bis Sonntag von 9Uhr bis 16Uhr geöffnet ist.(




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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