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21.12.01 Theater

 

Hadamar. Ein Schrei - ein Toter. Ein Röcheln - noch ein Toter. Ein Schuss - wieder ein Toter. Und so geht das weiter, bis am Ende keiner mehr übrig bleibt. Skurrile Morde bis zum Abwinken, mit einer überraschenden und bizarren Lösung. Da kann nur die „Lady of Crime“, Agatha Christie, dahinter stecken. Aufgeführt hat den „Gänsehaut-Krimi“ von den „Zehn kleinen Negerlein“ die Theater-AG der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in der Aula der Hadamarer Schule. Gleichwohl wurde das kriminalistische Theaterstück zu einer vergnüglichen Veranstaltung. Und das lag am Spiel der Schüler, die nicht nur die Zuschauer zum Lachen brachten, sondern sich selbst hin und wieder nicht das Grinsen verkneifen konnten.

 

Doch der Reihe nach: Zehn Menschen sind übers Wochenende in die Villa des geheimnisvollen Millionärs Onym auf eine abgelegene, kleine Insel eingeladen. Er selbst scheint abwesend zu sein, was ihn jedoch nicht daran hindert, jeden seiner Gäste eines Mordes anzuklagen. Was alle für einen makabren Scherz halten, entwickelt sich schnell zu einer Bedrohung, da der unbekannte Ankläger einen nach den anderen umbringt. Das erste Opfer ist der großspurige Anthony Marston, dem Nicola Weyer bei der Gesangseinlage am Flügel eine herrlich schräge Stimme gab. Gerade hatte sie noch das Kinderlied von den „Zehn kleinen Negerlein“ gesungen, dessen Strophen jeweils den Tod des nächsten Gastes prophezeien.

 

Nur wenige Bühnenmomente blieben auch der Dienergattin Mrs. Rogers alias Jana Marleen Wagner, sie schied nach einem dramatischen Ohnmachtsanfall dahin. Bald wurde klar, dass der Mörder unter den Anwesenden weilte. Doch wer steckte dahinter? Der taube General - Arne Lütkefedder, der die Rolle herrlich knorrig gabwar’s nicht. Auch die scheinbar bibeltreue Lady Emily - Deborah Kuevi war überzeugend seriösverschwand rasch von der Verdachtsliste. Und der zombiehafte Butler - Lisa Neunzerling war wunderbar angeheitert - endete mit dem Messer im Rücken. Auch Privatdetektiv Blare - Christina Weißer glänzte bis auf einen kleinen Aussetzer - und der durchgedrehte Nervenarzt - Manuela Otterpohl mit subtilem Spiel - konnten den Fall nicht lösen. Keine Chance zu überleben, hatten auch die undurchsichtige Miss Claythorne - Sophie Deußer zwischen Schrecken und ansteckendem Lachen - und ihr schneidiger Captain Lombard, den Fabian Lützig sehr textsicher und ausdrucksstark mimte. Des Rätsels Lösung: Es war der klug kombinierende Richter Wargrave, den Michael Novian im wahrsten Sinne des Wortes überragend gab. Alle Achtung, wie der junge Mann, der zudem ein Lied zum Stück textete und komponierte, auf der Bühne agierte. Besonders eindrucksvoll gelang der lange Monolog, bei dem die kompliziert konstruierte Handlung aufgelöst wurde.

 

Nicht zu vergessen die Akteure hinter den Kulissen. Allen voran AG-Leiterin Gaby Schützeberg, der das schwierige Kunststück gelang, aus einer trögen Kriminalstory, in der per se dramaturgische Statik vorherrscht und enervierend viel palavert wird, eine unterhaltsame Vorstellung zu machen. Da sind die wenigen Textaussetzer und die Momente, in denen die Darsteller nicht immer mit Ernst bei der Sache waren (das wurde vom Publikum mit Humor genommen) verziehen.(




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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