| 06.09.01 Schule als Denkmal |
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Hadamar. „Schule als Denkmal – Denkmal als Schule“, so lautet das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, in Hadamar. Wie die Kulturvereinigung meint, gelte es an diesem Tag Dinge zu entdecken, die früher einmal eine große Bedeutung für das Leben in der Stadt hatten und an denen die Bürger heute oft achtlos vorüber gingen. Mittelpunkt des Tages werde die alte Jesuitenschule an der Ecke Johann-Ludwig-Straße/ Franziskanerplatz sein. Ihr überlieferter Name „die Aula“ sei nur wenigen bekannt und ihre große Geschichte sei dem Gebäude auch nicht anzusehen. Dieses Gebäude stehe für mehr als 500 Jahre gymnasialer Schultradition in Hadamar und erinnere mehr als alles andere an die Bedeutung des Hadamarer Gymnasiums für das kulturelle Leben des gesamten Hadamarer Landes.
„Von der Jesuitenschule zum Hadamarer Gymnasium“ lautet das Thema der Einführung und Führung zu den Baulichkeiten, die am Sonntag, 9. September um 15 Uhr im katholischen Pfarrsaal beginnen. Referent und Führer ist Hubert Hecker, Studienrat am gymnasialen Zweig der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. Nach Meinung der Hadamarer Kulturvereinigung erhalte die Veranstaltung auch eine besondere Aktualität, weil im Rahmen der Diskussionen um die Neugestaltung des angrenzenden Bellerive-Platzes auch schon über einen möglichen Abriss des Gebäudes gesprochen worden sei. Es handele sich hier um eines der historisch wichtigsten Gebäude in Hadamar, so Hartmut Kuhl vom Vorstand der Kulturvereinigung.
In Hadamar gibt es eine mehr als 500-jährige gymnasiale Schultradition, deren Anfänge im 15. Jahrhundert und in der Lateinschule bei der Liebfrauenkirche liegen. Aus dieser Schule gingen so bedeutende Männer hervor wie die Gelehrten Lorich oder Christian Egenolff, der erste Buchdrucker in Frankfurt. Nachdem die Lateinschule im 30-jährigen Krieg unterging, entstand auf Betreiben des damaligen Landesherrn, des Fürsten Johann Ludwig, im Jahre 1652 das Jesuitengymnasium. Während der ersten 100 Jahre befanden sich die Schulräume in der Niederlassung der Jesuiten selbst, dem „Langenbachschen Hof“. Dieser befand sich dort, wo heute die katholische Pfarrkirche steht. 1764 wurden die alten Gebäude abgerissen und eine neue Jesuitenresidenz entstand. Es handelt sich um den Gebäudekomplex, den heute die katholische Pfarrkirche und das Bezirksamt bilden.
Schon ein Jahr später, 1765, ließen die Jesuiten auf dem Vorplatz ihrer Residenz ein dreistöckiges Schulgebäude errichten, die „Aula“, die bis heute erhalten ist.
Im Jahre 1773 wurde der Jesuitenorden verboten und das Gymnasium geschlossen. Die Stadt Hadamar bemühte sich jedoch um eine Wiedereröffnung und nach zahlreichen Bittschriften kam es 1792 tatsächlich zu einem Neuanfang in den Räumen der Jesuitenschule . Das barocke Gebäude wurde dann bis zum Jahre 1823, als die größer gewordene Schulgemeinde in das Schloss umzog, als Schule genutzt.
Heute wird die ehemalige Jesuitenschule noch zur Hälfte für Wohnzwecke genutzt, die andere Hälfte steht leer. In früheren Jahrzehnten erreichten die Schulsäle eine Größe, die zum Teil über beide Haushälften führten.
Zu dem Vortrag und zur Führung sind alle Interessenten eingeladen. Der Eintritt zu Vortrag und Führung ist frei. (bl) 


Quelle: www.nnp.de (o.g. Datum) 
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