Diesjähriger Jugendfriedenspreis des Bildungswerks Limburg/Weilburg: Klasse 10cG erreicht den 3. Platz mit dem Projekt „Freiheitslinien“
Die Klasse 10cG der Fürst-Johann-Ludwig-Schule wurde beim Jugendfriedenspreis des Jugendbildungswerks Limburg-Weilburg mit dem 3. Platz ausgezeichnet. Mit ihrem Filmprojekt „Freiheitslinien“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler über mehrere Monate hinweg mit der Entwicklung von Freiheit und Demokratie sowie deren Bedeutung für die Gegenwart auseinander. Seit November beschäftigten sich 20 Schülerinnen und Schüler der Klasse 10cG fächerübergreifend im Deutsch- und Geschichtsunterricht mit der Frage, wie sich Freiheit und Demokratie in Deutschland entwickelt haben und welche Bedeutung sie heute besitzen.
Die Idee zum Projekt entstand im Deutschunterricht bei der Beschäftigung mit Goethes Götz von Berlichingen. Dabei diskutierten die Jugendlichen, was Freiheit, Mitbestimmung und Widerstand damals wie heute bedeuten können. Später kamen Redeanalysen politischer Persönlichkeiten sowie eine Abiturrede des Schulleiters hinzu, deren Kernthema Freiheit und Demokratie waren. So entstand nach und nach die Verbindung zwischen historischen Freiheitsvorstellungen und den demokratischen Werten der Gegenwart.
Im Geschichtsunterricht setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Bauernkrieg, der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus auseinander. Dabei wurde ihnen deutlich, wie komplex politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen sind und wie wichtig kritisches Denken, Quellenanalyse und die Überprüfung von Fakten sind, um Manipulationen zu erkennen.
Besonders eindrucksvoll waren die Begegnungen außerhalb des Klassenzimmers. Die Jugendlichen besuchten zwei ältere Damen in einem Alten- und Pflegeheim, die den Nationalsozialismus als Kinder erlebt hatten. Dabei erfuhren sie aus erster Hand, dass es damals gefährlich und mitunter lebensbedrohlich sein konnte, gegen den Strom zu schwimmen. „Diese Gespräche haben die Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt“, berichtet Lehrerin Ramona Henrich. Auch die Besuche der Gedenkstätte Hadamar und der Schlachtfelder von Verdun machten die Folgen von Ausgrenzung, Gewalt und Krieg greifbar.
Über mehrere Monate recherchierten die Jugendlichen historische Hintergründe, analysierten Quellen und Reden, entwickelten Texte, planten Szenen und gestalteten eigene Sketch-Notes sowie Videosequenzen. Die Idee, die Entwicklung ihres Verständnisses von Freiheit und Demokratie filmisch darzustellen, lag nahe. Mit der Bewerbung um den Jugendfriedenspreis des Jugendbildungswerks Limburg-Weilburg erhielt das Projekt schließlich ein konkretes Ziel und einen festen Zeitrahmen.
Entstanden ist ein Film, in dem die Unterrichtsreihe nachgespielt und die gewonnenen Erkenntnisse dargestellt werden. Dabei wird deutlich, wie historische Erfahrungen, demokratische Werte und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen miteinander verbunden sind.
Für die beteiligten Schülerinnen und Schüler war das Projekt weit mehr als Unterricht. Das soziale Miteinander wurde gestärkt, geisteswissenschaftliches Denken gefördert und das Verständnis demokratischer Zusammenhänge nachhaltig vertieft.
„Unseren Schülerinnen und Schülern ist bewusst geworden, wie wertvoll Demokratie und Freiheit sind“, zieht Ramona Henrich ein Fazit, und betont: „Jeder kann dazu beitragen, Demokratie zu erhalten, indem jeder Verantwortung übernimmt, Initiative zeigt und Haltung beweist.“
„Die Schülerinnen und Schüler der 10cG haben mit ihrem Projekt "Freiheitslinien" eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert, reflektiert und verantwortungsbewusst junge Menschen arbeiten können.
Zu dem daraus resultierenden Erfolg beim Jugendfriedenspreis Limburg/Weilburg gratuliere ich der Klasse ganz herzlich“, würdigt der stellvertretende Schulleiter Marcus Horz das Engagement der Schülerinnen und Schüler.











